Nach Conergy und Centrosolar: Solarworld mit Verlustanzeige

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Bonner Photovoltaik-Konzern rechnet mit einem Verlust von mehr als einer halben Milliarde Euro. Die Zeit zur Restrukturierung der Finanzen drängt. Nun musste Solarworld auch noch eine Verlustanzeige über die Hälfte seines Grundkapitals veröffentlichen.

Waferfertigung von Solarworld in Freiberg

Solarworlds Vorstand geht von einem Verlust von bis zu 550 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2012 aus
Foto: SolarWorld AG

Der Vorstand der Solarworld AG hat am Mittwochabend den einen Verlust in Höher der Hälfte des Grundkapitals anzeigen müssen. Nach aktueller Einschätzung sei davon auszugehen, dass sich der Verlust nach Steuern für das abgelaufene Geschäftsjahr zwischen 520 und 550 Millionen Euro bewege, teilte der Photovoltaik-Hersteller mit. Das Eigenkapital habe zum Zeitpunkt des Jahresabschlusses -20 bis -50 Millionen Euro betragen. Der enorme Verlust von Solarworld resultiert dem Vorstand zufolge zu einem Fünftel aus der Ergebnisbelastung im Zusammenhang mit dem Geschäftsverlauf und zu 80 Prozent aus Wertberichtigungen auf Anteile an Tochtergesellschaften und Beteiligungen. Diese seien aber nicht liquiditätswirksam.

Infolge der Verlustanzeige beruft Solarworld nun eine außerordentliche Hauptversammlung ein. Den Termin dafür veröffentlichte das Photovoltaik-Unternehmen zunächst aber noch nicht. Der Vorstand wies aber auch darauf hin, dass „etwaige Bilanzkorrekturen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung die vorgenannten Schätzungen wesentlich verändern können“.

Solarworld steht derzeit massiv unter Druck. Bereits im Januar kündigte der Bonner Konzern gravierende Einschnitte und umfangreiche Restrukturierungen bei seinen Finanzen an. Seither verhandelt Solarworld mit den Banken über eine Neuordnung seiner Schulden. Anfang April setzte zudem der niederländische Fonds dem Solarworld-Vorstand eine Frist bis zum 15. April, um seine Pläne zu veröffentlichen. Nach Ablauf der Frist gab es zunächst aber keine weiteren Konsequenzen.

Erst Ende März hatte der deutsche Photovoltaik-Hersteller Centrosolar eine Verlustanzeige über die Hälfte seines Grundkapitals veröffentlicht. Zuvor hatte auch Conergy und Q-Cells, das mittlerweile von Hanwha übernommen ist, dieses Schicksal ereilt. (Sandra Enkhardt)


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