MVV Energie wird Mehrheitseigner von Juwi

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Mannheimer Energieversorger hat nun offiziell bestätigt, dass er sich mit 50,1 Prozent an dem Wörrstädter Projektierer beteiligen wird. Bis zum Jahresende soll der Einstieg vollzogen sein. Das Kartellamt und die Banken müssen aber noch zustimmen.

Juwi-Gebäude in Brandis

Juwi bekommt mit MVV Energie einen neuen Mehrheitseigner.
Foto: Juwi

„Andere reden von der Energiewende. Wir machen sie.“ Mit diesen Worten verkündete der Vorstandsvorsitzende der MVV Energie, Georg Müller, den Erwerb von 50,1 Prozent der Anteile an der Juwi. AG. Auf dem Wege einer Kapitalerhöhung wolle der Mannheimer Energieversorger die Anteile erwerben. Zu den Kosten machte Müller keine Aussage. Beide Unternehmen hätten Stillschweigen über finanzielle und organisatorische Details vereinbart. Zudem müssten das Kartellamt und die Banken, mit denen derzeit an einem Finanzierungskonzept gearbeitet werde, dem Einstieg noch zustimmen. Bis zum Jahresende soll die Transaktion aber abgeschlossen sein, so Müller weiter.

MVV Energie will im Zuge der Mehrheitsbeteiligung an Juwi vor allem sein Know-how bei der Projektentwicklung bei Windkraftanlagen stärken. Erst kürzlich hatte der Energieversorger den insolventen Projektierer Windwärts gekauft. Müller betonte auf Nachfrage von pv magazine, dass Juwi künftig nicht nur in Deutschland Windparks bauen werde. Juwi ist international mit der Realisierung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen, darunter auch große Solarparks, tätig. Es solle ein „intelligente Länderauswahl“ geben, um das bestehende Geschäft von Juwi „risikoadäquat fortzuführen“, sagte Müller. Auch bleibe Juwi als eigenständige Marke erhalten. Bei dem Einstieg gehe es nicht um Synergien, sondern um die Ergänzung von Know-how, so Müller weiter.

Im Zuge seiner 2009 eingeleiteten Neuausrichtung unter dem Titel "MVV 2020" hat der Energieversorger bereits rund zwei Milliarden Euro investiert, um sich stärker im Segment der erneuerbaren Energien zu betätigen. Insgesamt will MVV Energie drei Milliarden Euro bis 2020 dafür ausgeben. Müller betonte jedoch: „Wir sind nicht auf Einkaufstour.“ Aber mit Juwi würden gerade im Bereich des Baus von Windkraftanlagen in Deutschland die strategischen Bemühungen komplettiert.

Bei Juwi sieht man durch den Einstieg die Eigenkapitalbasis gestärkt. Zudem sei es ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Restrukturierung des Wörrstädter Projektierers. Er hatte zuvor angekündigt, rund 400 Stellen streichen zu müssen. „Wir sind sehr erfreut, dass es uns gelungen ist, mit der Mannheimer MVV Energie AG ein Unternehmen gefunden zu haben, das bereits im Bereich erneuerbarer Energien sehr aktiv ist und dieses Engagement nun zusammen mit uns nachhaltig und strategisch ausbauen möchte“, sagten die Juwi-Gründer Fred Jung und Matthias Willenbacher, die künftig zusammen noch 49,9 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen halten werden. Nun gehe es darum, das Unternehmen weiter auf die Geschäftsfelder Projektentwicklung und Betriebsführung im In- und Ausland zu fokussieren. Wir sind zuversichtlich, auch die weiteren Punkte der Restrukturierung und Neuausrichtung in den kommenden Monaten erfolgreich abschließen zu können“, so die Juwi-Gründer weiter. (Sandra Enkhardt)


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