Multiplikatoren aus Franken gewinnen pv magazine award

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Die DGS Franken hilft mit Musterverträgen, einem Internetrechner und Seminaren Betrieben, ihren Geschäften nachzugehen und Photovoltaik nach vorne zu bringen. Jetzt sind die Steuerberater in den Fokus geraten, da sie Kaufentescheidungen maßgeblich mitbestimmen.

Mitarbeiter der dt. Gesellschaft für Sonnenenergie Franken

Die fünf aktiven DGS-Franken-Mitglieder (v.l.n.r.): Björn Hemmann, Michael Vogtmann, Oskar Wolf, Stefan Seufert, Matthias Hüttmann.
Foto: DGS Franken

Es ist ein eingeschworenes Team, das seit mehr als 15 Jahren von Nürnberg aus die Solarbranche aufwirbelt und jetzt mit dem pv magazine award: top business model ausgezeichnet wird. Dabei blicken die Mitarbeiter der DGS Franken inzwischen weit über die Solarbranche hinaus. „Wir richten uns jetzt zum Beispiel auch an Steuerberater“, sagt Michael Vogtmann. Denn diese entscheiden oft im Verborgenen darüber, ob Investitionen in die Photovoltaik am Ende wirklich getätigt werden. Michael Vogtmann ist Vorsitzender der DGS Franken, eines Landesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS). Es kann übrigens jeder solch einen Landesverband gründen, der die DGS-Statuten einhält.

Alten Recken, die schon vor dem Solarboom dabei waren, dürfte Solid noch ein Begriff sein. Das Solarenergie-Beratungszentrum ist im Zuge des 1.000-Dächer-Programms in den frühen 90er-Jahren entstanden und wurde von vier Stadtwerken getragen. Es war, so Vogtmann, das einzige firmenunabhängige Demonstrationszentrum für Solarenergie. Nachdem 2008 die Stadtwerke das Beratungszentrum aufgelöst hatten, haben die damals dort Beschäftigten die DGS Franken mitgegründet. „Multiplikatoren sind heute wieder ähnlich wichtig wie vor 20 Jahren“, sagt Vogtmann. „Damals ging es darum, die Anwendung der Solarenergie nach vorne bringen, heute geht es darum, sie vor dem Absturz zu bewahren“.


Die DGS Frangken ist einer der drei Gewinner des pv magazine award in der Juni-Ausgabe von pv magazine Deutschland. Mehr zum Award finden Sie hier.

Der Landesverband ist gemeinnützig und hat 15 Mitglieder, die, wie in einem Verein üblich, auf Mitgliederversammlungen die Vorhaben diskutieren. Michael Vogtmann und seine vier aktiven Kompagnons müssen natürlich auch von etwas leben. Sie sind nicht angestellt, sondern haben für die Abrechnung die Solare Dienstleistungen GbR gegründet, die von der DGS Franken Aufträge erhält, aber auch eigenständig auftritt.


Photovoltaik mieten
Das Geschäftsmodell der DGS Franken ist, als Multiplikator für Antworten zu wirken, die den Ausbau der Photovoltaik und Solarthermie fördern. So war es beispielsweise auch zu den Musterverträgen für Anlagenmiete gekommen. Das ist aber nur einer der Musterverträge, die der Verein zusammen mit Rechtsanwalt Peter Nümann entwickelt und verkauft. Weitere sind Verträge zu Teilmiete, Stromlieferung, Service und Dachnutzung. „Wir haben seit 2011 1.500 Kunden für unsere Musterverträge“, sagt Vogtmann, „und insgesamt fast 4.000 verkauft.“ Was sich einfach anhört, ist rechtlich gesehen ziemlich komplex. Bei der Pacht müssen mehrere Gesetze berücksichtigt werden (siehe Hintergrundartikel).

Die Erlöse der Vertragsverkäufe gehen an die DGS Franken, die damit zum Beispiel den internetbasierten Wirtschaftlichkeitsrechner pv@now finanziert hat. Er wird unter anderem an Projektentwickler und Installateure verkauft. Der Clou ist, dass man verschiedene Projektpläne nebeneinander berechnen und darstellen kann, sowohl einfache als auch sehr komplizierte Betreiber- und Finanzierungsmodelle, und sich die Ergebnisse leicht vergleichen lassen.


Der Wirtschaftlichkeitsrechner ist eine Frucht der Beratungsarbeit der DGS-Experten. Sie wollten berücksichtigen, was den Klienten wichtig war.

Michael Vogtmann sieht dafür einen großen Bedarf, auch um auf Steuerberater zuzugehen, vor allem in Bezug auf mittelgroße Anlagen ab zehn Kilowatt Nennleistung. Er bekomme oft mit, zum Beispiel auf den vielen Seminaren, die er gibt, dass Steuerberater das Nadelöhr sind. Installateure berichteten, dass sie Kunden manchmal schon überzeugt hätten. Dann kämen sie vom Steuerberater zurück mit der Botschaft: „Photovoltaik lohnt sich doch nicht mehr.“

Dem tritt Vogtmann vehement entgegen. „Es lohnt sich immer noch, mit fünf bis zehn Prozent Verzinsung, wenn man eine langfristige Geldanlage sucht“, erklärt er. Auch bei einer kurzfristigen Betrachtung lohne sich die Investition oft. „Photovoltaik ist das beste kurz- oder langfristig wirksame Steuersparmodell in Deutschland.“ Durch den Investitionsabzugsbetrag und die Sonderabschreibung amortisiere sich das investierte Eigenkapital oft schon nach ein bis zwei Jahren. Das soll das nächste Thema für Seminare werden, die er mit Steuerberatungskammern anbieten will. (Michael Fuhs)


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