Modellprojekt verknüpft Ladesäule mit Speicher und Photovoltaik-Anlage

Kategorie: Märkte und Trends, Speicher und Netze, Topnews

Die TU Clausthal hat zusammen mit der Wolfsburg AG, dem Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) und der Avacon AG das Konzept entwickelt und umgesetzt. Die Schnellladestation in Helmstedt verfügt auch über einen Wlan-Hotspot.

Modellprojekt für Schnellladesäulen in Helmstedt

Die Schnellladesäule in Helmstedt ist ein Modellprojekt.
Foto: Benger

Die Forderung, Ladestationen für Elektroautos direkt mit Erneuerbaren-Energien-Anlagen zu koppeln, ist nicht wirklich neu. In Helmstedt ist nun ein Modellprojekt realisiert worden, in dem sie umgesetzt wird. Die Ladesäule arbeite energieautark, verfüge über einen Wlan-Hotspot und gebe nicht verbrauchte Energie ins Netz ab, teilte die TU Clausthal nun mit. Sie hat das Forschungsprojekt zusammen mit der Wolfsburg AG, dem Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) und der Avacon AG entwickelt und umgesetzt. Die Wolfburg AG hatte bereits in den vergangenen Monaten mehr als 40 Schnellladesäulen für Elektroautos aufgebaut und mit Wlan-Routern ausgestattet. „Im Hinblick auf die Etablierung Deutschlands als Leitmarkt für die Elektromobilität ist es notwendig, dass sich geeignete Infrastrukturen in den Kommunen entwickeln und flächendeckend bereitstehen sobald die Elektromobilität verstärkt zum Einsatz kommt”, erklärte Vorstand Thomas Krause.

Die Ladesäule in Helmstedt sei mit einer so genannten Energiebox verknüpft, auf deren Dach eine Photovoltaik-Anlage installiert ist. Diese habe eine Leistung von zwei Kilowatt. Der zeugte Solarstrom werde in der Box gespeichert, um ihn dann für das Laden der Elektrofahrzeuge zu nutzen oder ins Stromnetz abzugeben. Die Ladezeit liege zwischen 30 und 40 Minuten. Der 230-Volt-Anschluss stelle auch an weniger sonnigen Tagen die kontinuierliche Nutzung der Elektrotankstelle sicher, hieß es weiter.

„Die Installation und der Betrieb der autarken Ladetechnologie mit 100 Prozent regenerativ erzeugtem Strom im öffentlichen Raum ist für uns ein repräsentatives Projekt, das wir technisch und wissenschaftlich gerne begleiten. Eine echte Chance der regenerativen Ladetechnik für die Elektromobilität liegt unter anderem in der Verfügbarkeit dieser dezentralen Strukturen, gerade im ländlichen Raum“, ergänzte Hans-Peter Beck, Sprecher des EFZN-Vorstandes. Sein Team werde die Erfahrungswerte aus dem Betrieb der Energiebox in Helmstedt dokumentieren.

In der Diskussion über die Kaufprämie für Elektroautos hatte Solarworld-Vorstandschef Frank Asbeck im Frühjahr 2016 vorgeschlagen, dass Käufer von Elektroautos einen Bonus erhalten sollten, wenn sie ihre Fahrzeuge mit selbst erzeugtem Strom aus Photovoltaik- oder Windkraftanlagen oder gekauftem Ökostrom betankten. „Ein Elektroauto ist nur dann wirklich umweltfreundlich, wenn der Strom dafür aus erneuerbaren Energien stammt“, sagte Asbeck damals. Die Bundesregierung entschied sich dagegen. Mitte Mai beschloss sie ein Milliardenprogramm für die Elektromobilität aufzulegen. Neben der Kaufprämie ist auch der Aufbau von Schnellladesäulen und normalen Ladesäulen vorgesehen. Seit Juli kann die Kaufprämie von bis zu 4000 Euro für Elektroautos nun beantragt werden. Das Interesse daran ist nach Auskunft des Bundesamts für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft (BAFA) eher mäßig. (Sandra Enkhardt)


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