Mitarbeiter wollen Wagner Solar retten

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Eine Mitarbeiterinitiative hat die Wagner Solar eG gegründet. Die Genossenschaft will kurzfristig ein Angebot an den Insolvenzverwalter abgeben, muss dafür aber noch Geld einsammeln. Derweil beschäftigt die Gerichte ein Streitfall, in dem Wagner Solar verwickelt ist und auf vier Millionen Euro verklagt wird.

Wagner Solar Sonnenforum

Eine Genossenschaft will die insolvente Wagner Solar weiterführen.
Foto: Wagner & Co. Solartechnik GmbH

Die Mitarbeiter der insolventen Wagner & Co. Solartechnik GmbH haben eine Initiative zur Rettung des Photovoltaik-Unternehmens aus Cölbe gegründet. Die Genossenschaft Wagner Solar eG ist nach eigenen Angaben in der vergangenen Woche offiziell gegründet worden und will das Unternehmen fortführen. Die Genossenschaft müsse schnell wachsen, damit sie kurzfristig ein Angebot an den Insolvenzverwalter abgeben könne, hieß es weiter. Die Eigenkapitalquote spiele dabei eine zentrale Rolle. Eine Zeichnung der Anteile sei bereits mit 500 Euro möglich. Zahlreiche prominente Erstzeichner hätten bereits ihre Unterstützung angekündigt, darunter das Grünen-Abgeordnete des Europaparlaments Sven Giegold, der geschäftsführende Vorstand von Campact Christoph Bautz sowie der hessische Grünen-Politiker Tarek al Wazir.

Ende April hatte die Wagner & Co. Solartechnik GmbH beim Amtsgericht Marburg einen Insolvenzantrag gestellt. Das Photovoltaik-Unternehmen mit rund 150 Mitarbeitern machte dafür die anhaltende Krise in der deutschen Solarindustrie verantwortlich. Bis Ende Juni sind die Gehälter der Mitarbeiter noch über das Insolvenzgeld gesichert. Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden.

Ebenfalls im April gab es zudem Medienberichte, dass sich Wagner in einem Rechtsstreit um den Solarpark Groß Charlottengroden befindet. Es bestehe der Verdacht des Kreditbetrugs bei Wagner Solar, berichtetet die „Oberhessische Presse“. Im Rechtsstreit geht es darum, dass der Kläger sich eigentlich als rechtmäßiger Pächter des Grundstücks sieht, auf dem der Solarpark entstand. Er plante ursprünglich selbst den Bau des Photovoltaik-Kraftwerks, habe sein Vorhaben aus baurechtlichen Gründen aber zunächst nicht realisieren können, heißt es in dem Bericht weiter. Es sei schließlich zur Kündigung des Pachtvertrags gekommen und der Investor verpachtete an Wagner Solar. Das Photovoltaik-Unternehmen habe zudem ein Darlehen in Höhe von knapp fünf Millionen Euro für den Bau des Solarparks bewilligt bekommen. Dagegen geht der erste Pächter nun gerichtlich vor und habe inzwischen in mehreren Instanzen Recht bekommen. Er fordere den Abbau des Solarparks von Wagner Solar und einen Schadensersatz in Millionenhöhe, heißt es in dem Bericht.

Aus pv magazine vorliegenden Dokumenten des Klägers geht auch hervor, dass der ursprüngliche Pächter nun die Umweltbank bis zum Ende der Woche zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von etwas mehr als vier Millionen Euro auffordert. Diese Ansprüche rechtfertigt er mit dem Gutachten eines Sachverständigen, der diese Schadenssumme im vorliegenden Fall ermittelt habe. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters wollte auf Anfrage von pv magazine keine Verbindung zwischen dem Rechtsstreit und dem Insolvenzantrag von Wagner Solar bestätigen. (Sandra Enkhardt)


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