Mindestimportpreis für chinesische Solarmodule steigt auf 56 Cent/Watt

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Ein Jahr nach dem Absenken der Mindestimportpreise wird die EU-Kommission sie nun wieder auf die ursprüngliche Höhe anheben. Die bestätigten gut informierte Industrievertreter pv magazine. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte der schwache Euro sein.

EU-Flaggen

Ab dem 1. April soll der Mindestimportpreis für chinesische Solarmodule auf 56 Cent pro Watt steigen.
Foto: Wikimedia/Exfuent

Ab April müssen chinesische Photovoltaik-Hersteller, die sich dem sogenannten Undertaking verpflichtet haben, ihre Solarmodule für 56 Cent pro Watt in den EU-Staaten verkaufen. Dies bestätigten pv magazine verschiedene Industrievertreter. Der Mindestimportpreis für chinesische Solarzellen soll demnach zum 1. April auf 28 Cent steigen.

Vor Jahresfrist hatte die EU die Mindestimportpreise für kristalline Solarmodule von 0,56 auf 0,53 Cent pro Watt gesenkt. Diesmal dürfte hauptsächlich der schwache Eurokurs gegenüber dem US-Dollar zu der Erhöhung geführt haben. So ermittelt die EU-Kommission ihre Preise nach der Entwicklung des Modulpreisindex von Bloomberg New Energy Finance (BNEF). Dieser Index wird allerdings in US-Dollar ermittelt und ausgegeben. Die derzeitige Euroschwäche hat daher den doch drastisch zu nennenden Anstieg, der in dieser Höhe auch Industrievertreter überrascht, wesentlich befeuert. Bei den festgelegten Mindestimportvolumen für chinesische Photovoltaik-Hersteller, die ebenfalls im Undertaking vorgesehen sind, wird sich nach pv magazine-Informationen erst einmal nichts ändern.

Erst in der vergangenen Woche gab es ein Schreiben der EU-Kommission, in dem sie Canadian Solar, ET Solar und Renesola massive Verstöße gegen die Mindestimportpreise und Importvolumen vorwirft. Die Photovoltaik-Hersteller werden nun mit dem Ausschluss aus dem Undertaking bedroht, haben aber noch bis Ende der Woche Zeit, ihre Stellungnahme dazu abzugeben. Renesola hat bereits seinen Ausstieg aus dem Undertaking angekündigt. Canadian Solar und ET Solar wollen hingegen die Vorwürfe mit Brüssel klären und weisen die Verdächtigung zurück. Eine endgültige Entscheidung in den Fällen wird die EU-Kommission nach einer Reuters-Meldung aber wohl erst Ende April oder Anfang Mai fällen. (Sandra Enkhardt)


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