Maschinenbauer gegen Schutzzölle

Kategorie: Märkte & Trends, Topnews

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zeigt sich angesichts der Anti-Dumping-Klage gegen chinesische Hersteller besorgt. Ein Handelskonflikt mit China, einem der wichtigsten Kernmärkte für deutsche Hersteller von Photovoltaik-Produktionsmitteln, soll nach Möglichkeit vermieden werden.

Modulproduktion bei Solarworld

Die deutschen Maschinenbauer wollen einen Konflikt mit chinesischen Behörden vermeiden.
Foto: Solarworld

Die deutschen Hersteller von Maschinen und Produktionsanlagen für die Photovoltaik kritisieren die von der Initiative EU ProSun bei der Europäischen Kommission eingereichte Anti-Dumping-Klage gegen chinesische Photovoltaik-Unternehmen. „Das letzte was der deutsche Photovoltaik-Maschinenbau jetzt gebrauchen kann ist ein langwieriger und unnützer Handelskonflikt mit einem seiner Kernmärkte“, sagt Florian Wessendorf, Projektleiter im Team von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Der Verband befürchtet mit der Einführung von Strafzöllen „unmittelbare Gegenaktionen der chinesischen Behörden“ zu provozieren, die den freien Zugang für europäische Unternehmen in China weiter erschweren. Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des VDMA räumt zwar ein, dass es selbstverständlich die Aufgabe der europäischen Politik sei, sich für die Wettbewerbsposition der in Europa angesiedelten Unternehmen einzusetzen. Seiner Ansicht nach könne dies aber eher durch eine weitere „Stärkung des Freihandels“ und durch die „Bekämpfung von protektionistischen Entwicklungen“ gelingen. Die Anti-Dumping-Klage schüre hingegen Verunsicherung im Markt und verzögere so den Aufschwung.

Die Initiative EU ProSun, die die Klage gegen chinesischen Photovoltaik-Hersteller bei der Europäischen Kommission eingereicht hatte, wehrt sich gegen die Darstellung des VDMA. "An Naivität ist das kaum zu überbieten", sagte beispielsweise Milan Nitzschke, Sprecher der Initiative, gegenüber der Tageszeitung „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe). Er sieht die Gefahr, dass nach der Solarindustrie nun auch der Maschinenbau zu weiten Teilen von chinesischen Unternehmen übernommen werden soll. Der VDMW hisse angesichts dieser Gefahr allerdings nur die weiße Fahne.

Die Initiative EU ProSun vertritt 25 Unternehmen aus Deutschland, Italien, Spanien und weiteren EU-Ländern, die mit der eigereichten Klage gegen vermeintliche Dumping-Praktiken chinesischer Hersteller vorgehen wollen. Dazu gehören zum Beispiel die Firmen Solarworld aus Bonn und Sovello aus Bitterfeld-Wolfen. Andere Photovoltaikunternehmen haben sich bereits gegen eine entsprechende Klage ausgesprochen. Dazu zählen unter anderem die Firmen Bosch, Dow Corning und Heraeus. (Mirco Sieg)


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