KIT: Photovoltaik-Speicher senken Kosten

Kategorie: Speicher und Netze, Topnews

Speichertechnologie ist ein wichtiger Baustein, um die Energiewende zum Erfolg zu bringen. Das KIT und das Helmholtz-Institut Ulm demonstrieren nun, wie moderne Hochleistungsbatterien und intelligente Steuerung erneuerbare Energie netzverträglich machen können. Der Netzausbau ließe sich so reduzieren.

Großspeicher am KIT

Mit dem Speicher soll das Hemholtz-Institut Ulm künftig ohne Netzstrom auskommen.
Foto: KIT

Im „Helmholtz-Institut Ulm (HIU) Elektrochemische Energiespeicherung“ demonstriert das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wie moderne Hochleistungsbatterien und intelligente Steuerung erneuerbare Energie netzverträglich machen. Dazu ist am Mittwoch ein Photovoltaik-Speicher mit 76 Kilowattstunden am HIU in Betrieb genommen worden. Er soll künftig das Gebäude mit Strom versorgen. „Mit dieser Anlage baut das KIT eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendungen“, erklärte Simone Schwanitz, Ministerialdirektorin im Landesforschungsministerium in Baden-Württemberg bei der offiziellen Inbetriebnahme.

Das KIT sieht darin einen Fingerzeig, wie die zukunftsweisende Technologie für die Energiewende aussehen könnte. „Wir zeigen, dass sich Ökonomie und Ökologie nicht ausschließen, sondern schon heute zu marktfähigen Lösungen führen“, sagte Ulrich Breuer, Vizepräsident des KIT. Eine Besonderheit des Speichers liege in seiner intelligenten Steuerung. Sie sei am KIT entwickelt worden und sorge dafür, dass es zu keinem Zeitpunkt zu einer Einspeisung ins öffentliche Verteilnetz komme. Sie entlastet das Netz, indem Einspeisespitzen der Photovoltaik-Anlage und Lastspitzen der Verbraucher am Institut gekappt werden, und ermöglicht eine wirtschaftliche und netzdienliche Systembetriebsführung, wie das KIT weiter mitteilte. Ein Prognosetool errechne die zu erwartende Verbrauchs- und Erzeugungsdaten und optimiere damit das Energiemanagement über den Tag. Damit ließen sich dann auch Kosten für den Netzausbau vermeiden.

Für die Entwicklung der Steuerung sei am KIT über zwei Jahre lang hart gearbeitet worden. Als nächster Schritt sei geplant die Software in einem Start-up-Unternehmen zu vermarkten. (Sandra Enkhardt)


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