KfW: 1 Milliarde Euro für neue Stromleitungen in Indien

Kategorie: Speicher und Netze, Topnews

Das deutsche Finanzinstitut hat nun erste Verträge mit dem indischen Stromnetzbetreiber geschlossen. Insgesamt will die Kreditanstalt für Wiederaufbau eine Milliarden Euro zur Verfügung stellen und damit auch den Aufbau einer erneuerbaren Stromversorgung fördern.

KfW-Logo auf einem Gebäudedach

Die KfW will Darlehen über eine Milliarde Euro für neue Stromleitungen in Indien zur Verfügung stellen.
Foto: KfW-Bildarchiv/Thomas Klewar

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) engagiert sich für den Aufbau einer nachhaltigen Stromversorgung in Indien, indem es die Finanzierung neuer Stromleitungen stützt. Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank habe am Donnerstag mit der indischen Stromübertragungsgesellschaft Powergrid im Auftrag des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) einen Darlehensvertrag über 500 Millionen Euro abgeschlossen, teilte das Finanzinstitut mit. Es sei der erste Baustein des Projekts zum Ausbau des Stromnetzes. Insgesamt wolle die KfW dafür eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen.

Mit dem Geld sei der Bau sogenannter "grünen Korridore" geplant, hieß es weiter. Mit den neuen Übertragungsleitungen solle der aus erneuerbaren Energien gewonnene Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden. Neben dem Vertrag mit Powergrid seien auch Abkommen für den Netzausbau in Rajasthan und Tamil Nadu mit der indischen Regierung unterzeichnet worden. Die zwei Darlehen für die Übertragungsgesellschaften in diesen Bundesstaaten haben der KfW zufolge ein Volumen von 125 Millionen Euro.

"In Indien steigt die Nachfrage nach Strom unaufhörlich. Nach wie vor haben 25 Prozent der Inder, das sind 300 Millionen Menschen, keinen Zugang zu Elektrizität“, sagte Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe. „Aufgrund der hohen Potentiale von erneuerbaren Energiequellen ist der Ausbau der Stromübertragungsnetze für die alternativen Energien das Gebot der Stunde." Die indische Regierung will den Anteil von Photovoltaik und Windkraft sowie den übrigen Erneuerbaren bis 2020 auf 15 Prozent erhöhen. Damit solle auch ein erheblicher Rückgang der CO2-Emissionen einhergehen. Der insbesondere aus Photovoltaik- und Windkraft gewonnene Strom könne die Endverbraucher aber nur erreichen, wenn ein stabiles und effizientes Übertragungsnetz vorhanden ist, heißt es bei der KfW weiter. 90 Prozent der Erneuerbaren-Energie-Anlagen befänden sich in nur sieben Bundesstaaten (Gujarat, Andra Pradesh, Himachal Pradesh, Maharashtra, Karnataka, Rajasthan und Tamil Nadu). Zudem seien sie weit entfernt von den großen Wirtschaftszentren Indiens mit hohem Stromverbrauch. (Sandra Enkhardt)


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