Kawa schließt Übernahme von Conergy ab

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Die globalen Vertriebs- und Serviceeinheiten des Hamburger Photovoltaik-Unternehmens gehören nun zu dem US-Finanzinvestor. Die Verhandlungen für die beiden insolventen Tochtergesellschaften, Conergy Solarmodule und Mounting Systems, sind auf einem guten Weg und sollen vielleicht noch in diesem Monat abgeschlossen werden.

Modulfertigung von Conergy in Frankfurt an der Oder

Auch für die insolvente Produktionstochter soll es in Kürze eine Einigung mit einem Investor geben.
Foto: Conergy

Die Übernahme der Vertriebs- und Serviceeinheiten von Conergy durch den Finanzinvestor Kawa Solar Holdings ist nun abgeschlossen. Bereits direkt nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang Oktober sei der entsprechende Vertrag unterzeichnet worden, teilte das Hamburger Photovoltaik-Unternehmen mit. Neben den Gesellschaften in Großbritannien, Italien und Australien würden nun auch die beiden deutschen Vertriebs- und Servicegesellschaften, Conergy Deutschland GmbH und Conergy Services GmbH, zu Kawa gehören. Bereits in einem ersten Schritt übernahm Kawa Ende August die Einheiten in den USA, Kanada, Singapur und Thailand. Insgesamt würden durch die Übernahme 350 Arbeitsplätze, davon 140 in Deutschland erhalten bleiben, hieß es weiter.

Noch keine endgültige Lösung gibt es für die beiden insolventen Conergy Töchter, Conergy Solarmodule GmbH und Mounting Systems. „Die Verhandlungen mit den potenziellen Investoren sind weiterhin auf einem sehr guten Weg“, sagte Conergy-Sprecherin Antje Stephan auf Nachfrage von pv magazine. Ungefähr Ende November sei mit einer Einigung für beide Produktionstöchter zu rechnen. Die Produktionen der Solarmodule in Frankfurt/Oder und der Gestellsysteme in Rangsdorf laufe normal weiter, sagte Stephan. Für die Mitarbeiter in Frankfurt/Oder hatte sich das Photovoltaik-Unternehmen mit der Arbeitsagentur auf ein Kurzarbeitermodell geeinigt, um die Investorensuche bei laufendem Betrieb fortsetzen zu können. Trotz Insolvenz des Unternehmens stimmte die Agentur für Arbeit der Zahlung des Kurzarbeitergeldes zu. Dieses Modell sei weiterhin aktuell, so Stephan weiter.

Mit dem Vollzug der Übernahme wird auch der Vorstand neu organisiert. Alexander Gorski bleibt Vorstand für das operative Geschäft (COO) und übernimmt zugleich das Amt des Vorstandsvorsitzenden (CEO) für Europa, wie Conergy mitteilte. Der bisherige CEO, Philip Comberg, werde zum 1. Januar in den Aufsichtsrat der Kawa Solar Holdings Ltd. wechseln. Marc Lohoff bleibe weiterhin für den australischen sowie die asiatischen Photovoltaik-Märkte als CEO für Asien und Pazifik verantwortlich, hieß es weiter. Anthony Fotopoulos werde künftig als Vorstandschef für Nordamerika fungieren und Lando Kravetz die Bereiche Geschäftsentwicklung und Strategie verantworten. Am Geschäftsmodell von Conergy soll sich auch nach der erfolgten Übernahme wenig ändern. Das Unternehmen wolle weiterhin Photovoltaik-Komplettsysteme anbieten, zu denen Systemkomponenten und auch Solarservices gehörten. „In den reifen europäischen Solarmärkten stehen vor allem Dachanlagen im Vordergrund, sowohl für Privathäuser als auch für Gewerbebetriebe“, sagte Gorski. Weltweit fokussiere sich Conergy auch künftig auf die Projektentwicklung und -finanzierung von Photovoltaik-Kraftwerken, ergänzte Lohoff. Zusammen mit Kawa sollten nun auch neue Finanzierungslösungen für Solarparks und weitere Geschäftsmodelle für die Netzparität der Photovoltaik entwickelt werden. (Sandra Enkhardt)


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