Kanada legt finale Anti-Dumpingzölle für chinesische Photovoltaik-Hersteller fest

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Die Ermittlungen der kanadischen Behörden haben gezeigt, dass Photovoltaik-Produkte chinesischer Hersteller gegen Dumping- und Subventionsvorschriften verletzen. Das CITT legten nun finale Zölle für die kommenden fünf Jahre fest. Die Anti-Dumpingmargen liegen zwischen 9,3 und 154,4 Prozent.

Solarpark von Q-Cells

Bislang ist die Solarindustrie noch nicht durch Dumping- oder Subventionen geschädigt worden, doch die Gefahr besteht durchaus.
Foto: Hanwha Q-Cells

Das kanadische Internationale Handelsgericht (CITT) verkündete am Freitag sein Urteil. Ermittlungen zu chinesischen Importen von Photovoltaik-Produkten nach Kanada zeigten Verstöße gegen Dumping- und Subventionsregeln. Diese hätten den kanadischen Photovoltaik-Markt bislang noch nicht verletzt, aber die Gefahr bestehe. „Dumping und Subventionen drohten die heimische kanadische Industrie zu schädigen“, erklärte das CITT im Zuge der Verhängung finaler Anti-Dumpingzölle für zahlreiche chinesische Photovoltaik-Hersteller. Die genaue Höhe der Zölle sei nur den Photovoltaik-Unternehmen direkt mitgeteilt worden, würden aber nicht öffentlich gemacht, erklärte eine Sprecherin der Canada Border Services Agency (CBSA) auf Nachfrage von pv magazine. Der kanadische Solarverband Cansia veröffentlichte allerdings eine Liste mit den Dumping- und Subventionsmargen - sie liegen zwischen 9,3 Prozent für Renesola und 154,4 Prozent für Wuxi Suntech (siehe Tabelle). Auch für alle nicht einzeln untersuchten Hersteller aus China seien Dumping-Margen von 154,4 Prozent genommen worden. Hinzu kommt noch ein Betrag von 0,0003 und 0,340 Renminbi pro Watt als Anti-Subventionszölle. Die Zölle sollen ab sofort und für den Zeitraum von fünf Jahren gelten. Die finalen Zölle sollen dabei etwas geringer sein als die vorläufigen Zölle vom März.

 

 

Exporter

Margin of dumping

Amount of subsidy/W (RMB)

Canadian Solar Manufacturing (Changshu) Inc. & Canadian Solar International Limited

82.3%

0.014

Changzhou Trina Solar Energy Co. Ltd

120.5%

0.018

Hefei JA Solar Technology Co. Ltd

48.4%

0.011

JinkoSolar Co. Ltd

112.6%

0.028

Zhejiang JinkoSolar Trading Co. Ltd

115.9%

0.046

Renesola Jiangsu Ltd

9.3%

0.0003

Wuxi Taichen Machinery & Equipment Co. Ltd

25.9%

0.074

Wuxi Suntech Power Co. Ltd

154.4%

0.032

All other exporters

154.4%

0.340

Von der Entscheidung sind dem CITT zufolge chinesische Hersteller von kristallinen und Dünnschicht-Photovoltaik-Produkten. Innerhalb von 15 Tagen sollen auch die Gründe für die Entscheidung veröffentlicht werden.

Die Untersuchung war im Dezember 2014 vom Präsidenten der Canada Border Services Agency initiiert worden. Vorangegangen waren Beschwerden über schädigendes Dumping und unfaire Subventionierung durch Eclipsall Manufacturing Corp., Heliene Inc., Silfab Solar Inc. and Solgate Inc. Im März verhängte das Gericht schließlich vorläufige Importzölle. Sie reichten von gut neun Prozent für Renesola bis hin zu 202,5 Prozent für Wuxi Suntech. Wobei nur spezifische Zölle für einzelne Hersteller verhängt worden, darunter auch Jinko Solar, Trina Solar, Canadian Solar, JA Solar und Hanwha Solarone. Für alle anderen chinesischen Photovoltaik-Hersteller war ein vorläufiger Importzoll von 286,1 Prozent verhängt worden. (Sandra Enkhardt)


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