Kalifornien will Energiespeicher im großen Stil

Kategorie: Speicher und Netze, Topnews

Die Konferenzmesse "Energy Storage" begann mit einem Blick nach Kalifornien. Die California Public Utility Commission hat den Versorgern die Vorgabe gemacht, bis 2020 insgesamt 1325 Megawatt Speicherkapazität zuzubauen.

Auftaktveranstaltung bei der Energy Storage in Düsseldorf

Die ehrgeizigen Ziel beim Ausbau von Energiespeichern sind zum Auftakt der "Energy Storage" ausführlich erörtert worden.
Foto: Messe Düsseldorf

1325 Megawatt Speicherkapazität fordert die California Public Utility Commission (CPUC) bis 2020 von den Versorgern. "Wir sind das erste Land, das Ziele für Speicher hat", sagt Carla Peterman, Komissarin für Energiespeicherfragen bei der CPUC. Sie ist Teil einer sechsköpfigen Delegation aus dem US-Bundesstaat Kalifornien, die sich in der Eröffnungssitzung zu Beginn der „Energy Storage“ den Fragen stellte. Der Veranstalter der Konferenzmesse, die Messe Düsseldorf, erwartet über 800 Teilnehmer aus 47 Ländern.

Ein Grund für das Speicherziel in Kalifornien ist laut Peterman, dass damit am Ende Kosten minimiert würden. Die Situation in Deutschland ist in manchelei Hinsicht mit der in Kalifornien vergleichbar. Als eigenständiger Staat wäre es die achtgrößte Volkswirtschaft, die Bevölkerung ist ungefähr halb so groß wie in Deutschland, erneuerbare Energien haben einen Anteil von rund 22 Prozent, dieser soll bis 2020 auf rund 40 Prozent steigen und der derzeitige Governeur hat als wichtiges Ziel, Klimagase zu reduzieren.

Derzeit spielt Erdgas in Kalifornien eine große Rolle. Zum einen wird es gebraucht, um Schwankungen in Erzeugung und Verbrauch auszugleichen. Zum anderen sind die Gaskosten in den letezten Jahren stark gesunken. "Wir nehmen die Ersparnisse und investieren in erneuerbare Energien und in die Infrastruktur", sagt Michael Picker, Komissar der CPUC. Ein anderer Grund, warum die Kosten nicht so die Diskussion bestimmen, sei, dass viele Hausbesitzer die Stromrechnung reduzieren konnten, weil sie Strom sparen konnten, zum Beispiel bei ineffizienten Kimanlagen. Die Klimaanlagen böten außerdem eine gute Möglichkeit zum Lastmanagement, teilweise mit Eisspeichern. Das zeigt jedoch auch, wo die Unterschiede zu Deutschland liegen. Hierzulande ist das Problem der Winter mit wenig Solarstromaufkommen und gleichzeitig hohem Verbrauch. "Was in Deutschland der Winterpeak ist, ist aber in Kalifornien der Sommerpeak", sagt Picker. Die Lösung muss aber unterschiedlich sein.

Einen großen Unterschied gibt es in Bezug auf die Anlagengrößen. In Kalifornien gibt es viel freie Fläche und dadurch zentrale große Photovoltaik- und Windkraftwerke. Allerdings gibt es auch schon 200.000 Anlagen auf Wohnhäusern.

Dass die Situation in Kalifornien derzeit so positiv gegenüber erneuerbaren Energien und Speichersystemen ist, liegt vor allem auch an Gouverneur Jerry Brown, der seit 2011 regiert und gute Chancen hat, wiedergewählt zu werden. Auch die Diskussion zum Klimawandel verläuft anders, als es sonst oft aus den USA zu hören ist. "Den Klimawandel spüren wir schon jetzt", sagt Robert Weisenmiller, Vorsitzender der zentralen Energiebehörde California Energy Comission CEC. Es werde trockener, die Temperaturen stiegen und die Zahl der Brände. (Michael Fuhs)


Copyright 2014 © pv magazine

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

photovoltaic (pv) news on topics like thin film and feed-in tariffs and events like Intersolar Europe

Internationale Photovoltaik-News auf Englisch

Spanische Photovoltaik-News aus Lateinamerika