Juwi legt Solargeschäft in Deutschland auf Eis

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Nach seinem Rückzug aus dem Geschäft mit Photovoltaik-Dachanlagen in Deutschland wird nun auch die Projektierung von Solarparks hierzulande vorerst eingestellt. Die Projekte sind angesichts steigender Modulpreise und sinkenden Einspeisevergütungen zumeist nicht mehr wirtschaftlich. Insgesamt 40 weitere Stellen fallen im Photovoltaik-Bereich bei Juwi deswegen weg.

Solarpark Lieberose aus der Luft

Der Solarpark Lieberose gehört mit zu den größten Projekten, die Juwi in Deutschland realisiert hat
Foto: Juwi Gruppe

Die Juwi-Gruppe hat auf die negative Entwicklung des Photovoltaik-Markts in Deutschland reagiert. Die Projektentwicklung von Solarparks hierzulande werde weitgehend auf Eis gelegt, teilte das Unternehmen mit. Grund sei neben den gesunkenen Einspeisevergütungen auch die steigenden Modulpreise vor dem Hintergrund der drohenden Importzölle für kristalline Solarmodule aus China in der EU. Es habe bereits einen Anstieg gegeben, der den Photovoltaik-Markt „quasi zum Erliegen“ gebracht habe. Freiflächenanlagen ließen sich mit wenigen Ausnahmen daher in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich realisieren.

Als Konsequenz aus dem weitgehenden Rückzug aus dem deutschen Photovoltaik-Geschäft streicht Juwi rund 40 Arbeitsplätze, zumeist an seinem rheinland-pfälzischen Stammsitz in Wörrstadt. Den Mitarbeiter sollen individuelle Aufhebungsverträge angeboten werden. „Die Trennung wird voraussichtlich bis Ende des ersten Halbjahres erfolgt sein“, sagte Juwi-Sprecher Christian Hinsch auf Anfrage von pv magazine. Einige der vom Rückzug betroffenen Mitarbeiter habe das Unternehmen aber auch intern vermitteln können. Der Vorstand habe die Mitarbeiter am Dienstag über die Maßnahmen informiert.

Ein Ende des Photovoltaik-Geschäfts von Juwi wollte Hinsch nicht bestätigen. „Zumindest bedeutet es für die nächsten Jahren eine deutliche Reduzierung unseres Engagements im Solarbereich von Deutschland. Über Partnernetzwerke werden wir weiterhin Kunden aus dem Solarbereich bedienen können, zumal wir ja auch einen Komponentenvertrieb haben“, sagte er. Außerdem sei Juwi weiterhin im Bereich der technischen und kaufmännischen Betriebsführung von Photovoltaik-Anlagen aktiv.

Juwi gehörte lange Zeit zu den größten Projektierern von Solarparks in Deutschland. Noch im Jahr 2011 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 100 Megawatt Photovoltaik-Leistung installiert. In diesem Jahr werden es demnach weniger als zehn Megawatt sein. Allerdings bleibe Juwi international bei der Projektentwicklung, Planung und Betriebsführung von Solarparks aktiv, bestätigte Hinsch. Allein in diesem Jahr will Juwi weltweit Projekte mit mehr als 200 Megawatt Photovoltaik-Leistung realisieren. Zudem hat Juwi nach einem Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ in Spanien die Erlaubnis der Behörden bekommen, ein Photovoltaik-Kraftwerk mit 450 Megawatt Leistung zu realisieren.

Ende August 2012 hatte Juwi angekündigt, sich künftig auf sein Kerngeschäft  zu fokussieren und technologieübergreifend Projekte im Bereich erneuerbarer Energien zu entwickeln. Der Projektierer zog sich dabei unter anderem aus dem Bau von Photovoltaik-Dachanlagen in Deutschland zurück. Infolge dieser Entscheidung baute Juwi bereits im vergangenen Jahr 150 Stellen in seiner Solarsparte ab. Insgesamt sind bei Juwi nach Firmenangaben 1800 Mitarbeiter beschäftigt, davon 1100 in Deutschland. (Sandra Enkhardt)


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