Japan evaluiert Photovoltaik-Einspeisetarife

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Der japanische Photovoltaik-Markt hat 2009 kräftig zugelegt. Das Wirtschaftsministerium führte im November Einspeisevergütungen für Solarstrom ein. Ein Projektteam soll diese nun analysieren und evaluieren.

Sanyo-Gebäude in Japan

Sanyo gehört zu den großen Photovoltaik-Unternehmen in Japan
Foto: Sanyo Electric Co.

Seit November gibt es in Japan eine staatliche Förderung für Photovoltaik. Das Wirtschaftsministerium hatte im Sommer ein System von Einspeisetarifen entwickelt, das nun nochmals weiterentwickelt werden soll. „Die Wiedereinführung von Fördermitteln und ein neuer Einspeisetarif, der im November 2009 eingeführt wurde, haben dazu beigetragen, dass sich der Photovoltaik-Absatz in Japan 2009 mehr als verdoppelte im Vergleich zum Vorjahr“, berichtete jüngst die „Photovoltaics International“ unter Berufung auf auf den japanischen Verband Japan Photovoltaic Energy Association (JPEA). Demnach lag der Zubau bei knapp 484 Megawatt. 2008 habe die Kapazität der neu installierten Photovoltaik-Anlagen noch etwa bei 230 Megawatt betragen.
Anfang des Jahres gab das Wirtschaftsministerium die Bildung eines Projektteams bekannt, dass Anhörungen zum Thema Einspeisetarife durchführen sowie neue nationale und internationale Förderstrategien für erneuerbare Energien entwickeln soll. Die verschiedenen Optionen werden der Regierung voraussichtlich im März in einem Zwischenbericht vorgelegt, wie das Ministerium mitteilte.
Das “Rückzahlungsprogramm für Solarstromerzeugung“, dass das Wirtschaftsministerium im November 2009 eingeführt hat, sieht eine Vergütung von 48 Yen (0,39 Euro) pro Kilowattstunde für Strom aus kleinen Photovoltaik-Anlagen mit einer Kapazität unter zehn Kilowatt auf Wohnhäusern vor. Einspeisungen aus Photovoltaik-Anlagen auf oder an Fabriken und Geschäftsgebäuden werden generell mit 24 Yen (0,19 Euro) pro Kilowattstunde vergütet, auch kleine Systeme bis zehn Kilowatt. 24 Yen pro Kilowattstunde ist auch der Tarif für Einspeisungen aus zehn bis 499-kW-Anlagen auf Wohnhäusern. Für Solarstrom aus Photovoltaik-Anlagen ab 500 Kilowatt hält das Programm fest: „Die Buyback-Preise werden in Verhandlungen mit den Elektrizitätsunternehmen bestimmt.“ Die Vergütungsdauer liegt in Japan mit zehn Jahren deutlich unter dem deutschen Niveau. Mit dem geltenden Tarifsystem könnte es allein schon mit der Abschreibung der Photovoltaik-Anlagekosten eng werden.
Einen Überblick über die japanische Photovoltaik-Politik sowie die Bewertung durch Analysten veröffentlicht das pv magazine (02/2010) in seiner aktuellen Ausgabe. Sie erscheint am 17. Februar.


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