Italien sucht Kompromiss bei Solarförderung

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Politiker und Verbände haben bei einem Treffen einen Vorschlag für die künftige Förderung von Photovoltaik-Anlagen diskutiert. Die Einspeisetarife könnten demnach zwischen Juni und Dezember monatlich abgesenkt und der Zubau auf zwei Gigawatt begrenzt werden.

Solarpark von Sharp in Italien

Die Diskussion über die Solarförderung in Italien halten an
Foto: Sharp

Die künftige Ausgestaltung der Solarförderung in Italien scheint Konturen anzunehmen. Am Freitag trafen sich die zuständigen Minister für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft mit den großen italienischen Photovoltaik-Verbänden ANIE/GIFI, APER und Assosolare, um das weitere Vorgehen zu beraten. Mit dem Ergebnis seien die Verbände zufrieden, sagte Federico Brucciani von Gifi. Die Regierungsvertreter hätten den Willen zur Zusammenarbeit und die Erarbeitung eines Kompromisses gezeigt. Der italienische Industrieverband Confindustria hat Brucciani zufolge einen Vorschlag vorgelegt. Er sehe vor, den Zubau zwischen Juni und Dezember 2011 auf zwei Gigawatt Photovoltaik-Leistung zu begrenzen. Diese Deckelung des Marktes bei 2000 Megawatt ist nach dem Vorschlag auch für die Jahre danach vorgesehen. Ab Juni solle es zudem eine monatliche Absenkung der Photovoltaik-Einspeisetarife um jeweils einige Prozent geben. Insgesamt sollen die Einspeisetarife für Solarstrom auf diese Weise innerhalb der sechs Monate von 0,323 Cent auf 0,25 Cent je Kilowattstunde sinken.

Beide Seiten haben nach Angaben von Brucciani auch bereits Vorschläge für die kommenden Jahre erarbeitet. So sei vorgesehen, künftig eine Auktion mit Mindestpreisen für Photovoltaik-Anlagen mit mehr als fünf Megawatt Leistung durchzuführen. Außerdem sei eine weitere Kürzung der Einspeisetarife um rund 15 Prozent für die Jahre 2012 und 2013 vorgesehen. Ab 2017 soll die Solarförderung dann komplett entfallen, wie es weiter hieß.

Als weitere Schritte sei vereinbart worden, dass die Photovoltaik-Vereinigungen in dieser Woche einen gemeinsamen Vorschlag vorlegen werden, so Brucciani weiter. Außerdem sei ein weiteres Treffen mit den Vertretern des Wirtschaftsministeriums in dieser Woche geplant. (Sandra Enkhardt)


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