Italien: Conto Energia V bedeutungslos?

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Am Freitag zeigte der GSE-Zähler noch knapp sechs Milliarden Euro Gesamtförderung für Photovoltaik-Anlagen in Italien an. Am Montag waren es bereits 6,060 Milliarden Euro. Wenn es in dem Tempo weitergeht, könnte das Geld bereits alle sein, bevor das Conto Energia V Ende August überhaupt in Kraft tritt.

Solarpark in Italien

Die neue Solarförderung könnte bereits aufgebraucht sein, bevor das Conto Energia V überhaupt in Kraft tritt
Foto: Q-Cells SE

In der vergangenen Woche kam in Italien die offizielle Meldung, dass die sechs Milliarden Euro bei der Solarförderung erreicht seien. Bei der Energiebehörde konnte man einen Zählerstand von 5,995 Milliarden Euro ablesen. Damit sei das Conto Energia IV ausgelaufen. Nach einer 45-tägigen Übergangsfrist wird nun das Conto Energia V in Kraft treten, dass die zuständigen Minister Anfang Juli unterzeichnet hatten, wie es weiter hieß. Alle Photovoltaik-Anlagen die in der Übergangsfrist ans Netz gehen, erhalten noch die nach Conto Energia IV gültigen Einspeisetarife. Bereits am Montag hatte sich der Zählerstand bei der GSE auf 6,060 Milliarden Euro erhöht. Eine neu installierte Leistung von 213 Megawatt war zu verzeichnen, wie Dirk Morbitzer von Renewables Analytics sagt. Diese Anlagen, die nun ans Netz gehen, werden aber alle auf das Conto Energia V angerechnet. Für dieses ist eine Solarförderung in Höhe von insgesamt 700 Millionen Euro vorgesehen. Wenn man den Zuwachs in den vergangenen Monaten sieht, kommt man auf etwa 13 bis 15 Millionen Euro täglich, die zur Solarförderung hinzukommen, sagt auch Carlo Zucchino, Präsident von Solectric srl., der italienischen Niederlassung der Orange Solar GmbH, sagt. Seine Befürchtung ist, dass bereits Ende August damit die für das Conto Energia V vorgesehene Förderung aufgebraucht sein könnte. Hochgerechnet könnte es am 27. August bereits einen Zählerstand von 6,6 Milliarden Euro geben, sagt  Zucchino. Damit blieben nicht einmal mehr die 140 Millionen Euro übrig, die für das erste Register und damit die Förderung von Photovoltaik-Anlagen mit mehr als zwölf Kilowatt Leistung vorgesehen waren.

Analyst Dirk Morbitzer fürchtet in diesem Fall eine Vollbremsung für den italienischen Photovoltaik-Markt. „Die Auswirkungen wären noch verheerender als bei der EEG-Diskussion in Deutschland“, sagt er. Der einzige Ausweg wäre, dass die italienische Regierung schnell ein neues Conto Energia VI beschließen und verabschieden würde, um die Investorensicherheit zu wahren. (Sandra Enkhardt)


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