Investorensuche für US-Geschäft von Solar Millennium läuft weiter

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Nach der Insolvenz von Solarhybrid ist wieder offenen, wer die Photovoltaik-Projektpipeline von Solar Millennium übernehmen wird. Der Insolvenzverwalter verhandelt wieder mit potenziellen Investoren. Außerdem prüft die Bafin die Transaktionen des Vorstands von Solarhybrid.

Projektskizze von Blythe

Wer wird nun die US-Projekte der insolventen Solar Millennium AG übernehmen
Foto: Solar Millennium AG

Das US-Geschäft von Solar Millennium könnte nun doch an einen anderen Investor als Solarhybrid gehen. Der Photovoltaik-Projektierer aus Brilon musste am Dienstag Insolvenz anmelden. Zuvor allerdings war bereits ein Kaufvertrag zwischen dem Insolvenzverwalter Volker Böhm und Solarhybrid über die US-Beteiligungen von Solar Millennium unterzeichnet worden. Diese haben allerdings unter der aufschiebenden Bedingung gestanden, dass Solarhybrid bis Ende März die Bürgschaften des insolventen Kraftwerkbauers Solar Millennium im Zusammenhang mit den US-Photovoltaik-Projekten ablöse, teilte der Rechtsanwalt der Kanzlei Schultze und Braun mit. Zusätzlich habe sich Solarhybrid auch vertraglich verpflichtet, die Finanzierung des US-Geschäfts abzusichern. Angesichts der Insolvenz des Photovoltaik-Projektierers scheint dies nun fraglich. Böhm habe in den vergangenen Wochen bereits die Investorengespräche fortgesetzt. Damit wollte er sicherstellen, dass im Falle eines Scheiterns des Kaufvertrags mit Solarhybrid, der Verkauf der US-Projekte an einen anderen Investor möglich werde.

Böhm bestätigte, dass die Gespräche derzeit noch liefen. Es sei allerdings Vertraulichkeit vereinbart worden, so dass er sich zu Namen möglicher Investoren und dem Stand der Verhandlungen nicht äußern wollte.

„Focus Money“ berichtet zudem, dass der Vorstandschef und Firmengründer von Solarhybrid, Tom Schröder, ins Visier der Finanzaufsicht Bafin geraten ist. Derzeit werde die Transaktion routinemäßig geprüft, sagte eine Sprecherin. Sollten sich aber Hinweise und Anhaltspunkte auf einen Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz oder Insiderhandel ergeben, werde der Sachverhalt analysiert und weiter ermittelt. Bei einem Verstoß werde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, erläuterte die Sprecherin das Vorgehen der Behörde. Nach einer Ankündigung von Schröder sich von einem Großteil seiner Aktien trennen zu wollen, sei der Aktienkurs um mehr als 40 Prozent eingebrochen. Einen Tag später habe dann auch Vorstandsmitglied Michael Spitz seine Aktien verkauft, berichtet „Focus Money“ weiter. Nur eine Woche später stellte Solarhybrid dann beim Amtsgerichts Arnsberg einen Insolvenzantrag. (Sandra Enkhardt)


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