Insolvenzverwalter von Sunways zieht zufrieden Bilanz

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Der Großteil des Geschäfts des insolventen Photovoltaik-Herstellers wird durch neue Investoren fortgesetzt. Mehr als 50 Prozent der Arbeitsplätze bei Sunways konnten damit gerettet werden.

Sunways-Hauptsitz in Konstanz

Einige Geschäftsteile von Sunways werden weitergeführt.
Foto: Sunways AG

Etwa sechs Wochen nach der Eröffnung der Insolvenzverfahren für die Sunways AG und die Produktionstochter in Arnstadt zeigt sich der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter Thorsten Schleich zufrieden mit den Ergebnissen. „Wir wurden mit einer schwierigen Ausgangslage konfrontiert“, beschreibt er die Situation. Nach Eröffnung des Verfahrens habe wegen der finanziellen Lage keine Möglichkeit bestanden, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. „Deshalb bin ich glücklich, dass es uns gelungen ist, in kurzer Zeit Investoren für eine Fortführungslösung in Konstanz und Arnstadt zu finden“, sagt Schleich weiter. Er sei überzeugt, dass mit den Übernahmen durch Shunfeng und Bluecell eine langfristige Perspektive für die Geschäftsbereiche bestehe.

Bluecell übernahm erst Anfang Juni den Geschäftsbetrieb der Sunways Productions GmbH in Arnstadt. Die Solarzellenproduktion soll damit weitergeführt werden. Bluecell, das eigens für die Übernahme gegründet wurde und einen Schweizer Geschäftsführer hat, übernahm zudem auch die noch verbliebenen 40 Mitarbeiter.

Zuvor ging bereits die Marke „Sunways“ sowie das Geschäft mit Wechselrichtern und gebäudeintegrierter Photovoltaik an eine indirekte Tochter der Shunfeng Photovoltaic International Ltd. Rund 50 Prozent der in den Teilbereichen beschäftigten Mitarbeiter am Standort Konstanz sollen weiterbeschäftigt werden. Shunfeng hatte mit der Übernahme der insolventen chinesischen Produktionstochter von Suntech, Wuxi Suntech, für Aufsehen gesorgt. Eric Luo, Vorstandschef von Suntech ist nun auch für die Eingliederung und das operative Geschäft der übernommenen Sunways-Teile zuständig, wie es weiter hieß. „Dieser Schritt ermöglicht Shunfeng eine Expansion in den Bereichen Services und Komplettlösungen. Wir haben erkannt, dass mit der anstehenden Netzparität das Services- und Solutionsgeschäft zunehmend an Bedeutung gewinnt, daher expandieren wir in diesem Segment”, erklärte Luo zum Hintergrund der Übernahme. Er kündigte weitere Investitionen in die Forschung und Entwicklung von Wechselrichtern an.

Ob die Gläubiger von Sunways von den Verkäufen profitieren können, muss sich noch zweigen. Zu einer möglichen Abfindungsquote für die Gläubiger wollte sich Schleich noch nicht äußern. „Wir prüfen noch die Werthaltigkeit bestehender Ansprüche gegen die Mehrheitsgesellschafterin, die LDK Solar Co., Ltd.“, sagte er. Für die Aktionäre der Sunways AG bestehe jedoch in keinem Fall die Aussicht auf eine Rückzahlung ihrer Investition nach Abschluss des Insolvenzverfahrens.

Anfang der Woche hatten Vorstand und Insolvenzverwalter die Zulassung der Sunways AG zum regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse widerrufen. Der Widerruf werden mit Ablauf des 10. Dezember 2014 wirksam, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)


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