Insolvenzverwalter: Q-Cells könnte überleben

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Henning Schorisch gab sich vorsichtig optimistisch für die Zukunft des insolventen Photovoltaik-Herstellers. In naher Zukunft stehen demnach keine Entlassungen bei den 1300 Mitarbeitern an. Die Produktion ist wieder hochgefahren.

Hauptgebäude von Q-Cells

Die Suche nach Investoren bei Q-Cells läuft derzeit
Foto: Q-Cells SE

Die seit vier Wochen insolvente Q-Cells SE aus Bitterfeld-Wolfen soll nach Worten des vorläufigen Insolvenzverwalters Henning Schorisch schnell, aber ohne Zeitdruck saniert werden. “Nach den turbulenten ersten Tagen nach der Insolvenzanmeldung haben wir inzwischen wieder sehr geordnete Verhältnisse”, sagte er während eines Pressegesprächs in Bitterfeld. Der Vertrieb habe “jeden Tag bessere Ergebnisse gebracht, so dass wir die Produktion hochfahren konnten”, versichert Schorig. Zwar sei der ursprüngliche Business-Plan nicht mehr zu halten, doch das Photovoltaik-Unternehmen sei operativ in sehr geordneten Bahnen. “Wir produzieren wieder voll, im Bereich der Module sogar im Vierschichtsystem.” Von den 1300 Mitarbeitern sei keiner mehr in Kurzarbeit, auch werde es absehbar keine Entlassungen geben.

“Wir planen bereits für das dritte Quartal, wir leben nicht von der Hand in den Mund”, sagte Schorich weiter. Auch in die Forschung und Technologieentwicklung werde weiter investiert. Die liquiden Mittel des Photovoltaik gab der vorläufige Insolvenzverwalter mit derzeit 150 Millionen Euro an. Er hoffe angesichts dieser Zahlen auch, die wie immer in solchen Fällen auftretenden Vorbehalte bei Lieferanten und Finanziers  ausräumen zu können.

Zur Zukunft des einst größten Solarzellenherstellers weltweit blieb Schorisch allerdings vage. Man habe jetzt durch die gute Nachfrage die Möglichkeit, verschiedene Optionen zu prüfen. Bis Mitte Mai wolle er dem Gläubigerausschuss eine erste Bestandsaufnahme der Kaufinteressenten vorlegen. Das Interesse an dem Unternehmen sei groß, die technischen Prozesse für einen Verkauf würden eingeleitet. Durchaus denkbar sei jedoch auch ein Insolvenzplanverfahren oder eine Kombination – also der späteren Einstieg eines Investors.

Schorich bestätigte, dass der bisherige Q-Cells-Vorstand weiter im Unternehmen wirke und die Zusammenarbeit vollkommen reibungslos funktioniere. Zugleich versicherte er, dass er den bisherigen Restrukturierungsplan von Nedim Cen, der selbst als ausgewiesener Sanierer von der Kanzlei Alvarez & Marsal vor drei Jahren von Q-Cells in den Vorstand geholt worden war, in fast allen Punkten fortsetzen wolle. Die Entscheidung Cens, vor vier Wochen selbst Insolvenz anzumelden, wollte Schorisch nicht kommentieren. Er merkte jedoch an, dass die einzelnen Gläubiger der Unternehmensanleihe, die sich der Restrukturierung mit Klagen widersetzten, in einem Insolvenzverfahren die Wandlung der Anleihen in Gesellschaftskapital kaum noch verhindern könnten. (Manfred Schulze)


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