IHS hebt weltweite Zubauprognose auf 46 Gigawatt 2014 an

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Die Analysten gehen von einem stärkeren Wachstum des Photovoltaik-Weltmarktes aus. Entscheidend dafür sind die Ankündigungen aus China und Japan. Allein in China erwartet IHS in diesem Jahr ein stärkeres Photovoltaik-Wachstum als auf dem gesamten europäischen Markt.

Solarpark von Conergy in Japan

Der Zubau in Japan wird auch in diesem Jahr weiter vorangetrieben.
Foto: Conergy

Die Analysten von IHS gehen davon aus, dass in diesem Jahr weltweit Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 46 Gigawatt installiert werden. Damit korrigierten sie ihre im Oktober 2013 verfasste Prognose um fünf Gigawatt nach oben. Dies liege an den jüngsten politischen Ankündigungen aus den derzeit größten Photovoltaik-Märkten - China und Japan. Zum einen gebe es neue Erklärungen der Chinesischen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), die eine Anhebung des Ziels bei Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen vorsehe. „IHS hatte zuvor Zweifel daran, dass das von der chinesischen Regierung ausgegebe Ziel von acht Gigawatt neuen Photovoltaik-Dachanlagen im Jahr 2014 errreicht wird“, sagte Ash Sharma, Senior Direktor der Solarsparte von IHS. Es sei immer noch davon auszugehen, dass dieses Zubauziel nicht erreicht werde, doch die jüngste Ankündigung den Fokus wieder stärker auf Freiflächenanlagen zu legen, werde die neu installierte Leistung insgesamt steigern. IHS geht davon aus, dass in China in diesem Jahr 4,8 Gigawatt an Photovoltaik-Dachanlagen und acht Gigawatt an Solarparks installiert werden. Dies habe die Anhebung der Prognose mit beeinflusst, hieß es weiter.

Ein weiterer Richtungswechsel, der IHS zur Änderung veranlasste, kam aus Japan. Zwar sei in diesem von einem rückläufigen Zubau von privaten Photovoltaik-Dachanlagen auszugehen, doch die Neuinstallation von kommerziellen und Freiflächenanlagen werde stabil weitergehen oder sich doch verstärken. Damit könnten die Rückgäng im residental-Bereich kompensiert werden, so Sharma weiter. Gerade bei gewerblichen Photovoltaik-Dachanlagen gebe es gute Zukunftsperspektiven und sie werden voraussichtlich rund 60 Prozent des Gesamtzubaus von neun Gigawatt ausmachen. Dies wäre eine Steigerung der neu installierten Leistung um rund 45 Prozent gegenüber 2013.

Schlechte Aussichten für Europa

Das Abschwächen der Photovoltaik-Nachfrage in Europa werde sich auch in diesem Jahr fortsetzen, heißt es bei IHS weiter. China werde mit seinen rund 13 Gigawatt mehr Photovoltaik-Leistung neu installieren als alle europäischen Länder zusammen. IHS rechnet mit einem Zubau von 9,7 Gigawatt in diesem Jahr in Europa. Dies sei nur noch zwei Drittel dessen, was noch 2011 zugebaut wurde. Dabei habe IHS seine Prognose für Europa nochmals gesenkt, da in Deutschland und der Ukraine von einem noch geringen Zubau in diesem Jahr auszugehen sei. „Trotz des anhaltenden Rückgangs der staatlichen Unterstützung für Photovoltaik in Europa wird das weltweite Wachstum weitergehen, zumal sich die Bedingungen rund um die Welt weiterhin verbessern“, sagt Sharma weiter. Auch für die kommenden Jahre sei weiterhin mit einem jährlichen Zuwachs der Photovoltaik-Weltmarktes im zweistelligen Prozentbereich zu rechnen. Bis 2018 werde sich die globale installierte Photovoltaik-Leistung auf etwa 400 Gigawatt ausweiten. Füt diesen Jahr sagen die Analysten voraus, dass in 32 Ländern mehr als 100 Megawatt Photovoltaik-Leistung neu installiert wird. In sieben Ländern werde die Marke von einem Gigawatt übertroffen.

Als Grundlage für den Jahresausblick wertet IHS die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen in mehr als 100 Ländern aus. Der IHS PV Demand Tracker Service wird vierteljährlich ausgewertet und veröffentlicht. (Sandra Enkhardt)


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