Hanwha Q-Cells: Volle Auslastung trotz Premiumpreis

Kategorie: Märkte und Trends, Intersolar Europe 2014, Topnews

Vor fast zwei Jahren wurde Q-Cells von Hanwha übernommen. Nach offiziellen Zahlen geht es steil bergauf. Das erklärte Geschäftsführer Charles Kim im Gespräch mit pv magazine auf der Intersolar Europe in München.

Vorstandschef Charles Kim von Hanwha Q-Cells

Charles Kim kam im Oktober 2012 zu Q-Cells, nachdem das Unternehmen von Hanwha übernommen worden war.
Foto: Hanwha Q-Cells

Q-Cells hat sich nach dem Tiefpunkt während der Insolvenz vor zwei Jahren wieder deutlich erholt. „Als ich im Oktober 2012 zu Q-Cells kam, haben wir 20 Megawatt Module pro Monat verkauft. Wir haben das Sales-Team stark erweitert. Jetzt sind es mehr als 90 Megawatt“, zog CEO Charles Kim im Gespräch mit pv magazine auf der Intersolar Europe eine Zwischenbilanz. Die Produktionslinien laufen mit voller Auslastung und sie werden in Malaysia um 200 Megawatt erweitert. „Unsere gesamte Kapazität wird bei 1,3 Gigwatt liegen.“

Auf der Kostenseite habe das Photovoltaik-Unternehmen einsparen können, indem Materialien teilweise zusammen mit Hanwha Solarone eingekauft werden. Hanwha Q-Cells und Hanwha Solarone werden allerdings auf absehbare Zeit zwei eigenständige Unternehmen bleiben, schon allein wegen der Eigentümerstruktur. Solarone ist in New York an der Börse gelistet und Hanwha hält nur 49 Prozent der Aktien. Q-Cells ist dagegen eine hundertprozentige Hanwha-Tochter. Außerdem peilen sie unterschiedliche Zielgruppen an. „Wir stehen nicht im Wettbewerb miteinander. Wenn ein Kunde ein Premiumprodukt verlangt, ist das Q-Cells, wenn er nach einem wettbewerbsfähigen chinesischen Tier-1-Produkt fragt, ist es Solarone“, so Kim weiter. Der Unterschied liege zum Beispiel in der strikten Qualitätskontrolle bei Q-Cells.

Hanwha Q-Cells verkauft nach Aussage von Charles Kim in Europa über dem Mindestpreis für chinesische Solarmodule. Kunden würden einen Premiumaufschlag von mehr als zehn Prozent zahlen. Die Produktion in Thalheim sei allerdings rund 15 Prozent teurer als in Malaysia. Der Zweck der hiesigen Linie sei aber nicht nur die Produktion, sondern auch Technologieentwicklung und die Entwicklung der Produktionstechnologie, bevor diese auch in Malaysia ausgerollt werde.

Für Deutschland hat Kim das Ziel, rund 150 Megawatt abzusetzen. Andere große Märkte sind Japan und Großbritannien. In Japan sei das Unternehmen vergangenes Jahr größter ausländischer Lieferant mit rund 350 Megawatt Modulen gewesen, dieses Jahr sollen es sogar 450 Megawatt sein. „Q-Cells hat als klare Strategie, dass wir die Aufdachmärkte in Europa und Japan dominieren wollen“, sagt Kim. In aufstrebenden Photovoltaik-Märkten verkauft das Unternehmen keine Module, weil es dort kein Premiumaufschlag gibt. Dort baut es allerdings als EPC-Dienstleister Solarkraftwerke, in denen die Module eingesetzt werden.

Die Hocheffizienztechnologie von Q-Cells heißt Quantum.. Die Zellen sind nach eigenen Angaben Hot-Spot-frei und haben eine passivierter Rückseite (PERC), womit sie 19,5 Prozent Wirkungsgrad erreichen. Die meisten Zellen werden zu Modulen verarbeitet, nur noch etwa fünf Prozent extern verkauft. Damit hat Q-Cells im Vergleich zu den Boomzeiten 2008 seine Strategie deutlich geändert. Damals war das Photovoltaik-Unternehmen der größte Zellhersteller. (Michael Fuhs/Jonathan Gifford)


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