Großbritannien treibt Europas Freiflächenmarkt

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Nach der Analyse von IHS wird der Zubau von Solarparks in Europa vor allem durch die Projekte in Großbritannien vorangetrieben. Wenn die Regierung in London wirklich einen Stopp der Förderung über Zertifikate zum 1. April 2015 beschließen sollte, könnte dies nochmal einen zusätzlichen Schub bringen.

Solarpark von Baywa in Großbritannien

Die britische Regierung überprüft derzeit die Förderung für große Freiflächenprojekte.
Foto: BayWa r.e.

Am 7. Juli will das britische Energieministerium DECC die Ergebnisse seiner Überprüfung der Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen vorlegen. Wenn es dabei zum Ergebnis komme, dass die Förderung über die Zertifikate zum 1. April 2015 beendet werden sollte, dann könnte es zu einem großen Boom kommen, schreiben die Analysten von IHS. Derzeit seien Solarparks mit einer Gesamtleistung von 4,8 Gigawatt in Planung. Dazu könnten nochmal 3 Gigawatt neu installierte Leistung im ersten Quartal 2015 kommen. „Großbritannien ist zum Epizentrum für Europas Photovoltaik-Freiflächenaktivitäten geworden“, sagte IHS-Analystin Josefin Berg.

In Europa seien derzeit rund sieben Gigawatt an Photovoltaik-Freiflächenanlagen für 2014 und 2015 in Planung. 69 Prozent davon befänden sich in Großbritannien. Derzeit befänden sich Kraftwerke mit 130 Megawatt im Bau. Weitere 71 Projekte mit einer Gesamtleistung von 681 Megawatt stünden kurz vor Baubeginn. Die übrigen 250 Großprojekte in Großbritannien müssten noch ausstehende Genehmigungen und Verträge einholen, um vor dem 1. April 2015 ans Netz gehen zu können, so die Einschätzungen von IHS. Es gebe derzeit nicht genügend Netzzugänge und es sei daher wahrscheinlich, dass Projekte die ursprünglich im Südwesten des Landes entstehen sollten, in andere Regionen Großbritanniens verlagert würden.

Zur Situation in den übrigen europäischen Ländern heißt es bei IHS, dass Frankreich über die größte Photovoltaik-Projektpipeline verfüge. Dort seien derzeit Projeke mit 974 Megawatt in Planung, deren Einspeisetarife über öffentliche Ausschreibungen vergeben worden seien. Davon seien derzeit Solarparks mit 142 Megawatt Leistung im Bau. Bei Anlagen größer 250 Kilowatt seien Projekte mit insgesamt 515 Megawatt im Jahr 2012 genehmigt worden. Davon seien bislang weniger als 25 Prozent ans Netz angeschlossen.

Weitere nennenswerte Pipelines für Großprojekte in Europa gibt es IHS zufolge noch in Italien, Russland, Deutschland und Rumänien. In Italien sei die Mehrzahl noch unter den Bedingungen des im letzten Jahr ausgelaufenen Conto Energia genehmigt worden. In Russland seien Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit knapp 400 Megawatt in Planung, wobei die ersten Projekt wohl erst 2015 ans Netz gehen werden. In Deutschland seien trotz der stark gesunkenen Einspeisevergütung Freiflächenanlagen mit insgesamt 202 Megawatt in Planung und Bau, die noch vor dem Inkrafttreten der EEG-Reform am 1. August ans Netz gehen sollen, heißt es bei IHS. In Rumänien seien Photovoltaik-Kraftwerke mit immerhin 215 Megawatt im Bau – trotz Kürzung der Solarförderung und unsicheren politischen Verhältnissen.

Neben den geplanten Freiflächenanlagen mit sieben Gigawatt Leistung in Europa gebe es auch noch weitere Projekte mit 7,5 Gigawatt Gesamtleistung, deren Realisierung IHS unter den derzeitigen Marktbedingungen aber für unwahrscheinlich hält. So seien in Spanien bereits fast die Hälfte der Großprojekte mit 3,2 Gigawatt abgesagt worden. Die restlichen Anlagen befänden sich zumeist erst in einer frühen Planungsphase. Auch in Rumänien würden wegen der Kürzungen bei der Solarförderung wohl Projekte mit etwa vier Gigawatt nicht gebaut werden. In der Türkei hätten sich zudem Projektierer mit Anlagen von insgesamt neun Gigawatt um die Lizenzen beworben. Die türkische Regierung will aber nur Projekte mit einem Volumen von 600 Megawatt genehmigen. (Sandra Enkhardt)


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