Großbritannien gibt Photovoltaik-Vergütung bekannt

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Während Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Photovoltaik-Vergütung ab 1. April kappen will, führt Großbritannien zu diesem Termin einen Einspeisetarif nach deutschem Vorbild ein. Die Anlagenbetreiber werden sogar mehr Geld bekommen, als zunächst von der Regierung angekündigt.

Der britische Umweltminister Ed Miliband inmitten einer Menschenmasse

Der britische Umweltminister Ed Miliband macht sich für erneuerbare Energien stark
Foto: Ed Miliband

Unternehmen und Haushalte, die Photovoltaik-Anlagen mit bis zu fünf Megawatt Leistung schon betreiben oder zukünftig installieren, werden in Großbritannien ab 1. April 2010 für die produzierte Elektrizität bezahlt. Das Energie- und Klimaministerium (DECC) hat jetzt die geplanten Einspeisevergütungen nach deutschem Vorbild vorgestellt, die sogar leicht über den im Vorfeld angekündigten Tarifen liegen. Die Vergütung umfasst sowohl Strom, der von den Betreibern selbst genutzt wird, als auch ins öffentliche Netz eingespeiste Energie. In den Genuss der Vergütung kommen alle Betreiber, deren Anlagen seit der Ankündigung der Einspeisetarife im Juli 2009 genehmigt wurden und die Strom mittels Photovoltaik, Biogas, Wind oder Wasser erzeugen.
Die Einspeisetarife lohnen sich vor allem für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen. Solarstrom aus Anlagen bis einschließlich vier Kilowatt wird in den ersten beiden Jahren auf Neubauten mit 36,1 Pence (umgerechnet 41,4 Euro-Cent) je Kilowattstunde vergütet, nachgerüstet auf Altbauten mit 47,3 Euro-Cent. Bei Anlagen über vier und bis zehn Kilowatt gibt es ebenfalls 41,4 Euro-Cent, bei Anlagen über zehn und bis 100 Kilowatt noch 36 Euro-Cent. Solarstrom von größeren Photovoltaik-Anlagen bis maximal fünf Megawatt sowie von nicht netzgebundenen Anlagen wird mit 29,3 Pence (33,6 Euro-Cent) vergütet. Die Einspeisevergütung hat eine Laufzeit von 25 Jahren, die Degression steht noch nicht fest.

Experten rechnen mit Marktbelebung

Derzeit liegt in Großbritannien der Anteil der Erneuerbaren an der Energieversorgung bei gerade einmal 5,5 Prozent, Wärme wird zu weniger als ein Prozent aus erneuerbaren Quellen produziert. Bis 2020 soll der Anteil von Wind, Sonne und Co. an der gesamten Energieversorgung nach dem Willen der britischen Regierung bei 15 Prozent liegen. Als erstes Land der Welt will Großbritannien die Einspeisevergütung daher ab April 2011 auch im Wärmebereich greifen lassen.
Der Analystenfirma IMS Research zufolge wird die von der britischen Regierung angekündigte Einführung eines Einspeisetarifs vor allem das Photovoltaik-Segment des Landes beleben. Ash Sharma, Leiter des Bereichs Renewable Energy Research, sagt dazu: „Die Regierung hat einen noch höheren Einspeisetarif angekündigt als ursprünglich vorgesehen. Damit wird wahrscheinlich ein bedeutender Photovoltaik-Markt in Großbritannien geschaffen, auch wenn die Maßnahme aufgrund der erforderlichen Registrierung wohl erst nach einiger Zeit greifen wird. In Großbritannien, das über eine mit Deutschland vergleichbare Sonneneinstrahlung verfügt, wurden im Jahr 2009 ohne Einspeisetarif Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von lediglich fünf Megawatt installiert. Die Einführung des Einspeisetarifs könnte bereits im Jahr 2011 die Installation einer zusätzlichen Kapazität von 250 Megawatt bewirken.“
Eine Übersicht über die Einspeisetarife gibt es beim britischen Energie- und Klimaministerium. (Petra Hannen)


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