Gläubiger legen Beschwerde gegen Vergütung von Q-Cells-Insolvenzverwalter ein

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Nach einer Absage des Amtsgerichts liegt die Beschwerde, die von Seiten verschiedener Hedge-Fonds gegen die Vergütungsentscheidung eingereicht worden sein soll, nun beim Landgericht zur Entscheidung. Der Insolvenzverwalter weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Q-Cells-Hauptsitz in Wolfen-Bitterfeld

Q-Cells gehört mittlerweile zu Hanwha Chemicals.
Foto: Hanwha Q-Cells

Gläubiger der ehemaligen Q-Cells SE haben beim Amtsgericht Dessau-Roßlau eine Beschwerde gegen die gerichtliche Vergütungsentscheidung für den Insolvenzverwalter Henning Schorisch eingereicht. Dabei gehe es um die Vergütung, die für die Zeit der vorläufigen Insolvenz für Schorisch festgelegt worden sei, bestätigte ein Sprecher Schorischs auf Anfrage von pv magazine. Die „Wirtschaftswoche“ hatte berichtet, dass er für den drei Monate dauernden Prozess sechs Millionen Euro erhalten haben soll. Dies wies der Sprecher als falsch zurück. Die Beschwerde liege mittlerweile beim Landgericht Dessau-Roßlau zur Entscheidung, da das Amtsgericht diese "nicht abgeholfen" habe, sagte der Sprecher.

„Die Vergütung wurde vom zuständigen Insolvenzgericht auf Grundlage der geltenden gesetzlichen Regelungen festgesetzt. Dabei ist zu beachten, dass die Insolvenzverwaltervergütung der Umsatz einer gesamten Kanzlei ist, und nicht das Honorar eines Einzelnen. Während des rund drei Monate währenden vorläufigen Insolvenzverfahrens waren rund 40 Mitarbeiter der Kanzlei hww wienberg wilhelm nahezu rund um die Uhr mit dem Verfahren beschäftigt, darunter mehrere Partner und alleine knapp 15 Rechtsanwälte“, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme der Kanzlei dazu. Neben den Personalkosten müssten auch in einem vorläufigen Insolvenzverfahren alle weiteren Fixkosten der Kanzlei bezahlt werden. „Die Kanzlei trägt dabei also ein hohes unternehmerisches Risiko. Hinzu kommt, dass ein Insolvenzverwalter in einem Insolvenzverfahren persönlich mit seinem ganzen Vermögen haftet“, hieß es weiter.

Schorisch verwies zugleich auf das Ergebnis, dass er für die damalige Q-Cells SE nach dem Antrag auf Insolvenzeröffnung habe erreichen können. So sei es gelungen die Umsätze von Vertrieb und Organisation durch gezielte Maßnahmen wieder zu steigern und die Produktion im Mehrschichtbetrieb wieder aufzunehmen. Auch sei im Zuge eines Investorenprozesses schließlich eine Einigung mit südkoreanischen Mischkonzern Hanwha Chemicals erreicht worden, der Teile des insolventen Photovoltaik-Unternehmens übernommen hat. Auch den Gläubigern der mittlerweile umfirmierten Global PVQ SE habe Schorisch einen Plan für ein beschleunigtes Insolvenzverfahren vorgelegt und die Ausschüttung einer Abschlagsquote von 8,5 Prozent angekündigt.

Der Insolvenzverwalter hat Ende August selbst Klage gegen die Kanzlei Hengeler Müller eingereicht. Dabei gehe es darum, Anfechtungsansprüche sowie Ansprüche, die sich aus der Nichteinhaltung von Formalien bei der Abrechnung von Leistungen gemäß Rechtsprechung ergeben, durchzusetzen, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters damals auf Anfrage von pv magazine. Zudem würden Klagen gegen weitere Berater und Manager geprüft. Zum aktuellen Stand der Verfahren machte der Sprecher zunächst keine weiteren Angaben. Auch diese eingeklagten Forderungen könnten im Erfolgsfall in die Insolvenzmasse einfließen und damit den Gläubigern zugute kommen. (Sandra Enkhardt)


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