Gefälschte Vattenfall-Botschaften zeigen, was möglich wäre

Kategorie: Topnews, Politik und Gesellschaft

Eine gefälschte Kampagne suggeriert, dass Vattenfall aus der Kohle aussteigt und mit einem groß angelegten Programm in der Lausitz Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien schafft. Warum eigentlich nicht?

Braunkohlebagger

Braunkohlebagger. Vattenfall hat nicht verkündet, Photovoltaikanlagen auf- statt Braunkohle abzubauen.
Foto: Vattenfall/flickr

Am Freitag fand bei Vattenfall in Berlin eine gefälschte Pressekonferenz statt, in der die Aktivisten in perfekter Ungeheuerliches verkündeten, anzusehen in einem Video im Internet. Dort verkündete der falsche Pressesprecher der "Responibility Initiative" unter dem Namen Sven Ansvar, dass Vattenfall einen Strategiewechsel plane. "Wir werden Verantwortung für Vattenfall übernehmen", erklärte er dort. "Wir werden ganz klar machen, dass es so nicht weitergehen kann". 

Wenn sie wahr wären, hätten es die Eckpunkte in sich: Das Unternehmen bleibe in der Lausitz, wo es Braunkohlekraftwerke betreibt. Schrittweise werde man sich bis 2030 von der Braunkohle trennen und trotzdem alle Arbeitsplätze erhalten, durch Investitionen in den Strukturwandel in der Region, und auf 100 Prozent erneuerbare Energien setzen.

Wie das gehen kann, zeigt eine professionell gemachte Webseite im Branding des Konzerns unter dem Stichwort „Vattenfall übernimmt Verantwortung“, die ebenfalls gefälscht ist, und ein weiteres Video. Zehn Milliarden Euro werde man dazu investieren, wird dort behauptet, das was der Konzerndort in den letzten 15 Jahren verdient habe. Damit sollten Wind- und Solarparks aufgebaut werden. Das „Renewable-Knowledge-Center (RKC)“ werde in dieser Zeit 6.000 Mitarbeiter zu Fachkräften im Bereich der Erneuerbaren Energien, nachhaltigen Rekultivierung, Landschaftsplanung und Touristik weiter bilden. Auch die entsprechenden Studiengänge an den örtlichen Hochschulen würden gefördert, ältere Mitarbeiter könnten sich bei voller Gehaltszahlung über den dritten Bildungsweg qualifizieren.

Hinter dem Fake steht eine Gruppe mit dem Namen Peng. Die TAZ berichtete bereits ausführlich darüber. Vattenfall teilt auf seiner echten Webseite lakonisch mit, dass das Unternehmen rechliche Schritte gegen die Akteure prüfe und sich inhaltlich nicht äußere.

Dabei zeigt die Aktion der modernen Spaßguerilla nur, wie gehen könnte, was etliche Experten fordern (Lesen Sie dazu auch den Blog von Karl-Heinz Remmers hier). Die Energiewende bräuchte genau solche eine mutige Entscheidung, da nach dem Atomausstieg vor allem die Renatbilität der Kohlekraftwerke darunter leidet, wenn die erneuerbaren Energien schnell weiter ausgebaut werden. Der Strukturwandel in den Kohlegebieten gilt als eine der wichtigsten Aufgaben, die gelöst werden müssen, damit der Austieg aus der Kohle gelingt, nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen wird und die Widerstände gegen die Energiewende überwunden werden können. Immerhin prüft auch Vattenfall den Kohleausstieg. (Michael Fuhs)


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