FVEE sieht hohe Innovationsdynamik bei Erneuerbaren

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Der Forschungsverbund legt Beweise dafür vor, dass die Entwicklung der Patente bei Photovoltaik, Windkraft und Biomasse überdurchschnittlich sind. Treiber für die Innovationen ist in erster Linie das EEG, dass auch maßgeblich zu den Kostensenkungen bei den Erneuerbaren in den vergangenen Jahren beigetragen hat.

Grafik zur Entwicklung der Patente zwischen 1991 und 2009

Die Erneuerbaren müssen sich nicht verstecken!
Grafik: R. Walz/Fraunhofer ISI

Das Gutachten der Expertenkommission für Forschung und Innovation hat hohe Wellen geschlagen. Sie hat vorgeschlagen, dass EEG aufgrund seiner mangelnden Wirkung für Innovationen und den Klimaschutz abzuschaffen. Dem widerspricht nun ganz deutlich der Forschungsverbund Erneuerbare Energien (FVEE) und legt entsprechende Beweise vor. Demnach habe es sehr wohl eine massive Kostenreduktion, hohe Effizienzsteigerung und eine steigende Anzahl an Patenten durch erneuerbare Energien in den zurckliegenden Jahren gegeben. Dies sei maßgeblich auf das EEG zurückzuführen. „Die erneuerbaren Energien-Technologien weisen zwischen 1991 und 2009 eine Verachtfachung der Patentanmeldungen auf und zeigen damit eine erfreulich hohe technologische Entwicklungsdynamik“, sagte FVEE-Sprecher Ernst Huenges. Die Expertenkommission zitiere in ihrem Gutachten Sekundärstudien, die dies auch belegten. In ihrem Fazit ignorierten die Wissenschaftler aber schließlich das Innovationspotenzial.

Nach Einschätzung des FVEE ist die Entwicklung der Patentzahlen der erneuerbaren Energien seit den neunziger Jahren überdurchschnittlich. „Die erneuerbaren Energien brauchen den Vergleich mit anderen Technologien nicht zu scheuen. So sind beispielsweise die Kosten für Solarstrom von zwei Euro pro Kilowattstunde Mitte der 90er Jahre auf heute rund zehn Eurocent pro Kilowattstunde gesunken“, erklärt Niklas Martin, Geschäftsführer des FVEE. Zudem hätten auch Windkraft, Biomasse und Geothermie in dieser Zeit große technologische Fortschritte bei der Effizienz und den Kosten vorzuweisen.

Treiber dieser Entwicklungen sei in erster Linie das EEG, das durch die im Gesetz festgeschriebene stetige Senkung der Vergütungssätze einen hohen Innovationsdruck auf die Erneuerbaren-Energien-Branche ausübe, heißt es weiter. Auch der starke Konkurrenzdruck habe eine beeindruckende Kostendegression und Technologieentwicklung erzwungen. Ein Beispiel seien die von Mitgliedsinstituten des Forschungsverbunds erreichten Wirkungsgradweltrekorde bei Solarzellen, die als Basis für die industrielle Umsetzung dienen. Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung hat das EEG eine Regelfunktion zwischen den konservativen und den erneuerbaren Energien, wie der FVEE betont. Aktuell gehe es darum, Strategien für die nächste Phase der Energiewende zu formulieren. Bis 2025 soll der Anteil der Erneuerbaren auf bis zu 45 Prozent steigen. „Es gilt zu untersuchen, wie die einzelnen Technologien der Energiebereitstellung gemeinsam mit auszubauenden Netzen und Speichern zu einem optimierten Gesamtsystem für Strom, Wärme und Verkehr zusammengeführt werden können“, sagte Huenges weiter. (Sandra Enkhardt)


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