Frisches Kapital für Projekte von Mobisol in Ostafrika

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Das Berliner Start-Up Mobisol hat ein neuartiges Konzept zur Mikrofinanzierung von Solarstrom entwickelt und kann bereits eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte vorweisen. Nun bekommt das Unternehmen weitere finanzielle Unterstützung der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) um seine Tätigkeiten in Ostafrika auszuweiten.

Installation einer PV-Anlage in Ostafrika

Installation einer PV-Anlage in Ostafrika
Foto: Mobisol

Das Berliner Start-Up-Unternehmen Mobisol bringt Solarstrom in netzferne Gebiete Ostafrikas. Das Besondere dabei ist ein mikrofinanziertes Leasingmodell, bei dem die Käufer ihre Raten via Mobiltelefon bezahlen. Dafür wurde Mobisol im März 2015 mit dem pv magazine award „top business model“ ausgezeichnet. Für Erweiterungsinvestitionen stellt die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) dem Unternehmen nun ein Wandeldarlehen bereit und beteiligt sich zudem selbst am Unternehmen. Dies soll auch ein Signal an weitere Kapitalgeber sein, sich bei der Finanzierung von Mobisol einzubringen, so die DEG.

Nach eigenen Angaben hat Mobisol bereits mehr als 21.000 Haushalte in Tansania und Ruanda mit Offgrid-PV-Anlagen versorgt. Die neue Finanzierung ermögliche umfassende Erweiterungen. Das nächste Ziel sei es, etwa 150.000 Menschen im ländlichen Ostafrika mit den mikrofinanzierten Solarsystemen zu versorgen und rund 10.000 Kleinstunternehmern Einkommen in Höhe von insgesamt zehn Millionen US-Dollar jährlich zu ermöglichen.

So funktioniert´s

Zum angebotenen Solar-Paket von Mobisol gehören einerseits Komponenten wie Module, Wechselrichter, Montagegestell und ein Batteriesystem. Die Erzeugungsleistung liegt dabei je nach Anforderung zwischen 30 und 200 Watt. Zum anderen werden auch Stromverbraucher wie LED-Lampen, Fernsehgeräte oder Ladestationen für Mobilfunkgeräte mitgeliefert. „Das hängt davon ab, wofür der Kunde den Strom braucht“, sagt Thomas Gottschalk, Mitgründer und Geschäftsführer von Mobisol. „Wir bieten zum Beispiel auch eine Ausrüstung für einen kleinen Friseursalon mit elektrischen Rasierern und entsprechenden Ladestationen an.“

Kunden können im Rahmen eines Mietkaufs mit einer geringen Anfangsinvestition einsteigen und die Solaranlage in bis zu 36 monatlichen Raten abbezahlen. Dafür ist nicht wie sonst üblich ein eigenes Bankkonto nötig, sondern nur ein Mobiltelefon. Die Zahlungen werden per SMS abgewickelt, über ein System für den bargeldlosen Geldtransfer namens M-Pesa, das von den Mobilfunkfirmen Safaricom und Vodafone entwickelt wurde. Nachdem das Solarsystem abbezahlt ist, geht es in den Besitz des Kunden über.

Finanzierung mit sehr geringer Ausfallquote

Konzepte der Mikrofinanzierung gibt es schon länger. Ein Problem war aber oft, dass die vereinbarten Raten nicht rechtzeitig oder gar nicht gezahlt wurden. Deswegen ist jede Solaranlage von Mobisol mit einer SIM-Karte ausgestattet. Wird nach mehrmaligen Erinnerungen seitens Mobisol nicht gezahlt, kann die Anlage aus der Ferne abgeschaltet werden. Das bedeutet, dass der Kunde keinen Strom mehr bekommt und somit einen hohen Anreiz hat, die Rate schnellstmöglich zu bezahlen. Erst bei Zahlungseingang wird die Anlage wieder freigeschaltet, so dass erneut Solarstrom fließt. „Wir haben in unserem Geschäftsplan eine Ausfallquote von zehn Prozent angenommen. In der Realität sehen wir aber, dass sie deutlich besser ist und bei unter fünf Prozent liegt“, sagt Gottschalk. (Mirco Sieg)

Lesen Sie auch den ausführlichen Artikel "Solarstrom per Handy" über das Geschäftsmodell von Mobisol und zukünftige Projekte, der in der März-Ausgabe von pv magazine Deutschland veröffentlicht wurde.

Eine Begründung für die Jury-Entscheidung zur Verleihung des pv magazine award „top business model“ an Mobisol finden Sie hier.


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