Flex4Energy: Mehr Flexibilität auf Verteilnetzebene

Kategorie: Speicher und Netze, Forschung und Entwicklung, Topnews

Mehrere Partner wollen nun gemeinsam eine Handelsplattform für Flexibilitätspotenziale auf Verteilnetzebene entwickeln. Damit könnten bei der zunehmenden Einspeisung auf Photovoltaik- und Windkraftanlagen der Regelbedarf auf Übertragungsnetzebene gesenkt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt mit drei Millionen Euro.

Wartung des Stromnetzes

Eine Handelsplattform für Flexibilitätsoptionen auf Verteilnetzebene wird derzeit entwickelt und getestet.
Foto: EnBW / Peter Stumpf, Düsseldorf

Mit dem steigenden Anteil von Strom aus Photovoltaik und Windkraft steigt auch der Bedarf auf der Verteilnetzebene die Abweichungen zwischen Erzeugung und Verbrauch durch Flexibilitätsoptionen auszugleichen. Nun ist dazu das Forschungsprojekt „Flex4Energy“ gestartet worden. Dabei wollen die Partner Storegio, HSE, ads-tec, Fraunhofer-IESE, Fraunhofer-ISE und die Hochschule Darmstadt gemeinsam eine Handelsplattform für Flexibilitätspotenziale auf Verteilnetzebene entwickeln. Die Flexibilitätspotenziale könnten über Speichersysteme sowie steuerbare Lasten oder Verbraucher bereitgestellt werden.

Bisher werden Ungleichgewichte zwischen Stromerzeugung und -verbrauch, die zu Schwankungen der Spannung und Frequenz im Stromnetz führen können, auf den bestehenden Regelenergiemärkten auf Ebene der Übertragungsnetze ausgeglichen. Photovoltaik- und Windkraftanlagen speisen aber überwiegend in die Verteilnetze ein. Mit dem neuen Projekt könnten daher regionale Ausgleichsmechanismen den Regelbedarf im Übertragungsnetz verringern und die Übertragungsnetze entlasten.

Im Projekt „Flex4Energy“, dass vom Bundeswirtschaftsministerium mit rund drei Millionen Euro gefördert wird, wird ein solcher Ausgleichsmechanismus in Form einer Cloud-basierten Handelsplattform geschaffen, an die sich Anbieter von Flexibilitätspotenzialen über eine gesicherte Kommunikationsverbindung anschließen können, wie das Fraunhofer-ISE mitteilte. So entstehe etwa ein Flexibilitätspotenzial, wenn ein Speichersystem installiert wird, dass vorrangig Lastspitzen kappen oder eine Photovoltaik-Anlage puffern soll, nicht permanent ausgelastet sei. In den Leerlaufzeiten des Speichersystems könne es seine Dienste der Handelsplattform anbieten. Die dadurch erwirtschafteten Deckungsbeiträge verbessern die Wirtschaftlichkeit der Investition für das Speichersystem.

Zentrales Instrument der Handelsplattform ist ein Flexibilitätsmanager, so die Forscher vom Fraunhofer-ISE. Er werde die angebotenen Flexibilitätspotenziale handeln und dabei versuchen, für die jeweiligen Anbieter dabei ein wirtschaftliches Optimum zu erzielen. Eine wesentliche Neuerung sei die Berücksichtigung der aktuellen Netzsituation in den Handelsstrategien. So solle vermieden werden, dass Energielieferungen zwischen zwei Handelspartnern zu Netzengpässen führe. Eine Pilotversion der Handelsplattform werde vom Energieversorger HSE in Darmstadt im Rahmen des Projekts betrieben. Neben bestehenden Anlagen werde im Projekt ein Speichersystem des Partners ads-tec Flexibilitätspotenziale anbieten. Dabei untersucht das Fraunhofer-ISE die mit dem Einsatz des Speichersystems durch Alterung verbundene wirtschaftliche Abnutzung und leitet daraus Preise ab, die zur Nutzung der angebotenen Flexibilität erzielt werden müssen, wie es weiter hieß. Die Hochschule Darmstadt sei für die Entwicklung der Handelsstrategien des Flexibilitätsmanagers zuständig. Ein weiteres wichtiges Thema sei die Sicherheit. Darum werde sich vor allem das Fraunhofer-IESE in Kaiserslautern kümmern. Storegio wiederum sei in dem Projekt als Konsortialführer für die Gesamtprojektsteuerung verantwortlich und die Brücke zu den übrigen, nicht am Projekt beteiligten Vereinsmitgliedern dar. Das Gesamtvolumen für das Projekt schätzen die Partner auf rund vier Millionen Euro. (Sandra Enkhardt)


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