Exportüberschuss und Erneuerbare legen zu

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Das Fraunhofer ISE hat die Zahlen zur Stromerzeugung im ersten Halbjahr ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass Photovoltaik und Windkraft hinter der Stromerzeugung aus Braunkohle und noch vor der aus Steinkohle lagen. Der Exportüberschuss stieg in den ersten Monaten ebenfalls weiter an.

Die Grafik zeigt die Nettostromerzeugung aus Kraftwerken zur öffentlichen Stromversorgung. Die Erzeugung aus Kraftwerken von „Betrieben im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden“ ist bei dieser Darstellung nicht berücksichtigt.

* Erklärung unter der Meldung
Grafik: B. Burger, Fraunhofer ISE

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat die Zahlen zur Stromerzeugung im ersten Quartal ausgewertet. Demnach speisten Photovoltaik-Anlagen etwa 18,6 Terawattstunden Solarstrom ins Netz ein. Dies sei eine wetterbedingte Reduktion um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die maximale Solarleistung lag im ersten Halbjahr bei 27,3 Gigawatt und wurde am 21. April um 13:15 Uhr erreicht. Wie schon zuvor von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) berichtet, legte die Windkraft deutlich zu. Sie kam nach Angaben des Fraunhofer ISE auf 40,6 Prozent und damit 40 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Die höchsten Werte seien dabei durch die Orkantiefs Elon und Felix im Januar erreicht worden. Durch den weiteren Ausbau der Offshore-Windparks habe sich die Energieproduktion in der Nordsee auf zwei Terawattstunden vervierfacht und in der Ostsee um 50 Prozent gesteigert.

Insgesamt produzierten Photovoltaik- und Windkraftanlagen im ersten Halbjahr 59,2 Terawattstunden. Damit lägen sie auf dem zweiten Platz hinter der Braunkohle, aber vor Steinkohle Kernenergie und Gas. In der Summe, also inklusive Biomasse und Wasserkraft, erzeugten die Erneuerbaren im ersten Halbjahr etwa 94 Terawattstunden – ein Plus von 14 Prozent. Der Anteil an der Nettostromerzeugung habe damit bei 34 Prozent gelegen und an der Bruttostromerzeugung bei etwa 31 Prozent.

Weiter erhöht hat sich im ersten Quartal auch der Exportüberschuss. Mit rund 24,5 Terawattstunden sei ein neuer Rekord erreicht worden. Der Wert liege nochmals 30 Prozent über dem Niveau von 2014. Der Großteil der Exporte sei in die Niederlande, Österreich und Polen geflossen. Der importierte Strom stammte aus Frankreich, wobei Deutschland nur als Transitland den Strom in die Nachbarländer weiterleitet. Basierend aus den vorliegenden Daten bis April hat das Fraunhofer ISE ermitteilt, dass das Ausfuhrsaldo um 25 Prozent in diesem Zeitraum auf 20 Terawattstunden gestiegen sei. Die Einnahmen erhöhten sich von 805 auf 915 Millionen Euro. Der ausgeführte Strom sei etwa 2,5 Prozent teurer verkauft worden, als Deutschland für den eingeführten Strom bezahlt habe. (Sandra Enkhardt)

*Die Grafik zeigt die Nettostromerzeugung aus Kraftwerken zur öffentlichen Stromversorgung. Die Erzeugung aus Kraftwerken von „Betrieben im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden“ ist bei dieser Darstellung nicht berücksichtigt. (Daten: DESTATIS und Leipziger Strombörse EEX, energetisch korrigierte Werte)


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