Europa: 50 Prozent Erneuerbare bis 2030 machbar

Kategorie: Speicher und Netze, Topnews

Agora Energiewende hat eine neue Analyse vorgelegt, wonach bei einer besseren Vernetzung der zentralwesteuropäischen Stromnetze die Integration von 50 Prozent Photovoltaik, Windkraft und Co. kein Problem darstellt. Die Studie hat das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) erstellt.

Stromleitung

Mit mehr Kuppelstellen zwischen den Ländern könnten europaweit die Schwankungen von erneuerbaren Energien besser ausgeglichen werden.
Foto: TransnetBW

Wenn die EU ihr Ziel verwirklicht und bis 2030 rund die Hälfte des Stroms von erneuerbaren Energien erzeugt wird, ist dies bei einer stärkeren Integration gut machbar. Die Schwankungen der Erzeugung aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen ließen sich durch grenzüberschreitende Stromtransporte ausgleichen. „Eine noch engere Vernetzung der zentralwesteuropäischen Stromsysteme von Frankreich, der Schweiz, Österreich, den Benelux-Ländern und Deutschland (CWE-Region) kann entscheidend dazu beitragen, die Aufwendungen für den Ausgleich von wetterabhängiger Wind- und Sonnenenergie zu reduzieren und die Anforderungen an das restliche Stromsystem zu senken“, so die Kernaussage einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag von Agora Energiewende.

Die Wissenschaftler sind für ihre Studie davon ausgegangen, dass 2030 ein Großteil der erneuerbaren Energieerzeugung aus Photovoltaik und Windkraft stammen wird, da diese Quellen die geringsten Kosten aufwiesen. Allerdings sorgten sie durch ihre Wetterabhängigkeit auch für Schwankungen in der Stromerzeugung, die von den übrigen Kraftwerken sowie Stromverbrauchern und Speichern ausgeglichen werden müsse. In der Studie sei nun für ein komplettes Wetterjahr die Stromerzeugung aus Erneuerbaren simuliert worden, um zu sehen, inwiefern Schwankungen zwischen den Ländern kompensiert werden können. Zudem nahmen die IWES-Forscher an, dass es einen deutlichen Netzausbau bis 2030 gibt, dennoch aber nur die Hälfte der vorgesehenen Verbindungsleitungen in der Region verwirklicht worden seien.

„Die Ergebnisse zeigen, dass eine engere Vernetzung der Stromsysteme von Frankreich, der Schweiz, von Österreich, den Benelux-Staaten und von Deutschland die Flexibilitätsanforderungen reduziert, die ansonsten mit den Schwankungen der Wind- und Solarstromproduktion einhergehen. Der Effekt ist so stark, dass die Schwankungen bei der Produktion von Windstrom über Zentralwesteuropa insgesamt gesehen nur noch die Hälfte der Summe der Schwankungen in den einzelnen Ländern beträgt“, heißt es bei Agora Energiewende. Eine verstärkte Vernetzung würde auch helfen, dass weniger Strom aus Windkraft und Photovoltaik verworfen werden müsste, sondern er würde dann zum Ausgleich genutzt. Eine Abregelung der Anlagen könnte in 90 Prozent der Fälle vermieden werden und der Wert des Solar- und Windstroms würde sich erhöhen, so ein weiteres Ergebnis.

Die stärkere Verknüpfung der Stromnetze in der Region würde aber den Flexibilitätsbedarf nicht auf null senken. So würden flexible Kraftwerke und Stromspeicher ebenso benötigt. Unflexible, konventionelle Kraftwerke würden hingegen überflüssig. Gerade der deutsche Kraftwerkspark müsse noch mehr auf die Ausrichtung hin umgestellt werden. (Sandra Enkhardt)


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