EU verhängt Zölle auf chinesisches Solarglas

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Die vorläufigen Anti-Dumping-Zölle auf chinesisches Solarglas schwanken zwischen 17,1 und 42,1 Prozent, abhängig von der Bereitschaft der chinesischen Unternehmen, die Untersuchung zu unterstützen. Bereits am Donnerstag sollen die Zölle eingeführt werden.

Solarglas

Die vorläufigen Zölle auf chinesisches Solarglas, sollen europäischen Solarglasherstellern wieder Luft zum Atmen geben.
Foto: Euroglas

Die Europäische Kommission hat heute die Einführung eines maximalen Anti-Dumping-Zolls von 42,1 Prozent auf den Export von chinesischem Solarglas in die Europäische Union verkündet. Produkte von Unternehmen, die die Untersuchung der EU durch Zusammenarbeit unterstützt haben, werden mit geringeren Zöllen Belegt. Die vorläufigen Zölle werden bereits ab Donnerstag den 27.11.2013 in Kraft treten und zunächst für sechs Monate gelten. Danach können die Zöllen um bis zu fünf Jahre verlängert werden.

Die Kommission hatte die Untersuchung nach einer Dumping-Beschwerde einer Gruppe von europäischen Solarglasherstellern im Februar gestartet. Die Untersuchung ergab, dass der Europäische Markt für Solarglas auf 272 Millionen US-Dollar geschrumpft war, während chinesische Hersteller ihren Marktanteil von 6,2 Prozent im Jahr 2009 auf 30 Prozent im Jahr 2012 steigern konnten. In dieser Zeit waren einige europäische Hersteller von Solarglas dazu gezwungen, entweder die Produktion einzustellen oder ihre Produktionsanlagen zu verkaufen. Heute schätzt die Kommission, das Marktvolumen von europäischem Solarglas auf rund 230 Millionen Dollar.

Der nun beschlossene Höchstzoll von 42,1 Prozent trifft zum Beispiel die China Float Glass Gruppe, die Xinyi Gruppe wird mit einem Zoll von 39,3 Prozent belegt. Für die Hehe Gruppe gilt ein Zoll von 32,3 Prozent. Das Unternehmen Henan Yuhua muss nur mit einem Zoll von 17,1 Prozent rechnen, für alle anderen chinesischen Solarglashersteller gilt ein Zoll von 42,1 Prozent.

Untersuchung geht weiter

John Clancy, Sprecher der EU-Handelskommission, sagte pv magazine, dass diese die Untersuchung fortsetzen wird, und dass alle interessierten Parteien die Gelegenheit haben werden, sich zu den vorläufigen Beschlüssen der Kommission zu äußern. "Die Einführung der vorläufigen Maßnahmen wirkt sich in keiner Weise auf das Ergebnis der fortlaufenden Untersuchung und die endgültigen Beschlüsse aus.“ Endgültige Zölle könnten, wenn überhaupt, erst sechs Monate nach Beschluss der vorläufigen Zölle eingeführt werden. (Ian Clover; übersetzt und bearbeitet von Mirco Sieg)


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