Erneuerbare Energien intelligent integrieren

Kategorie: Speicher und Netze, Topnews

Intelligente Netze können die Energiewende nicht nur billiger, sondern auch bürger- und umweltfreundlicher machen. Das meldet der IT-Branchenverband Bitkom mit Blick auf die aktuelle Verteilnetzstudie des Bundeswirtschaftsministeriums.

Erneuerbare mit Stromleitungen

Erneuerbare Energien sollen intelligent in die Stromnetze integriert werden.
Foto: Bosch Solar Energy

Mit moderner IT wird die Energiewende deutlich billiger sowie bürger- und umweltfreundlicher – davon ist der Branchenverband Bitkom überzeugt. Der Verband verweist auf die aktuelle Studie „Moderne Verteilnetze in Deutschland“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, wonach intelligente Netztechnologien den notwendigen Ausbau der Verteilnetze deutlich verringern könnten. „Die Verteilnetzstudie der Bundesregierung zeigt: Die Energiewende ist nur mit IT vernünftig realisierbar. Nun muss der Gesetzgeber aktiv werden“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Laut Koalitionsvertrag müsse noch in diesem Jahr die Grundlage geschaffen werden, um sogenannte Smart Meter Gateways einzuführen. Mit diesen Geräten könne sich ein Stromabnehmer mit seinem Lieferanten, dem Netzbetreiber und anderen Akteuren des Energiesystems verbinden, die Teilnahme an einem entsprechend intelligenten Energienetz werde so einfach, sicher und bezahlbar. 2015 müsse die Regulierung zudem endlich Anreize setzen, dass sich für Netzbetreiber die Investitionen in intelligente Netztechnologien lohnen.

Nach Bitkom-Ansicht hängt Deutschland bei der intelligenten Integration der erneuerbaren Energien ins Stromnetz hinterher – China habe Analysten zufolge im Jahr 2013 bereits 4,3 Milliarden Dollar in Smart Grids investiert, die USA 3,6 Milliarden. „Deutschland könnte weltweit Vorreiter sowohl bei der Erzeugung der erneuerbaren Energien sowie bei deren intelligenter Integration ins Netz werden – aber nur, wenn nun schnell gehandelt wird“, sagt Rohleder. Wenn – wie bereits heute an manchen Sonntagen – die Mehrheit des Stroms aus erneuerbaren Quellen stamme, dann müsse auch deren kommunikative Anbindung sicher sein. Dafür stünden mit den vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierten Smart Meter Gateways künftig entsprechende Kommunikationsgeräte zur Verfügung.

Das vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragte Gutachterkonsortium hatte vor einer Woche seine Ergebnisse der Studie „Moderne Verteilnetze in Deutschland“ vorgestellt. Die Gutachter vom Institut und Lehrstuhl für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft (IAEW) der RWTH Aachen, dem Oldenburger Institut für Informatik (OFFIS) sowie dem Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting GmbH sollten den Um- und Ausbaubedarf in den Verteilnetzen im Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien untersuchen. Ein Ergebnis der Gutachter ist, dass neue innovative Planungsgrundsätze und neue Technologien, wie beispielsweise regelbare Ortstransformatoren, zentrale Elemente für eine effiziente Integration der erneuerbaren Energien bilden und die Kosteneffizienz des Aus- und Umbaus der Verteilernetze erhöhen. Als konkrete Handlungsempfehlung geben sie aus, dass durch eine Abregelung von drei Prozent der jährlichen Einspeisung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen bereits 40 Prozent des Netzausbaus eingespart werden könnten. Intelligente Netztechnologien könnten ihn um weitere 20 Prozent reduzieren. (Petra Hannen)


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