Eon macht Rekordverlust von 3,2 Milliarden Euro amtlich

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Düsseldorfer Energiekonzern konnte aber die Kostensenkungsziele des Restrukturierungsprogramms "Eon 2.0" bereits vorzeitig erreichen. Viel besser für Eon lief auch das Geschäft mit Photovoltaik- und Windkraftanlagen. 2015 soll nun das Jahr des Übergangs sein, bevor sich Eon in zwei Teile spaltet.

Photovoltaik-Dachanlage im Gewerbe von Eon

Das Geschäft mit Photovoltaik und Windkraft im vergangenen Jahr lief bei Eon "erfreulich".
Foto: Eon Energie Deutschland GmbH

Eon hat am Mittwoch seine Geschäftszahlen für 2014 vorgelegt und damit Berichte bestätigt, dass es einen Rekordverlust von 3,2 Milliarden Euro eingefahren hat. Dieser liege vor allem in den bereits im Dezember 2014 angekündigten Wertberichtigungen - überwiegend aus dem Kraftwerksgeschäft in Großbritannien, Schweden und Italien – begründet, teilte der Düsseldorfer Energiekonzern mit. Allerdings habe Eon bereits die Ziele der Verringerung seiner jährlichen Kosten durch das Programm „Eon 2.0“ zum Ende des vergangenen Jahres erreicht. Ursprünglich sollte das im Sommer 2011 gestartete Restrukturierungsprogramm bis Ende dieses Jahres laufen.

Die Ergebnisse hätten im Wesentlichen innerhalb der Erwartungen gelegen, hieß es weiter. Das EBITDA sei auf 8,3 Milliarden Euro gesunken, nach 9,2 Millionen Euro im Vorjahr. Allerdings habe es positive Effekte durch die Kosteneinsparungen sowie durch bessere Ergebnisse in den Sparten Erzeugung, erneuerbare Energien und Exploration & Produktion gegeben. So habe sich das Geschäft mit Photovoltaik und Windkraft „erfreulich“ entwickelt und habe um 20 Prozent zugelegt, teilte Eon weiter mit. Die Sparte Erzeugung habe vor allem von Sondereffekten in Deutschland und Italien profitiert.“ Das EBITDA der Einheiten Deutschland, Weitere EU-Länder und Globaler Handel ging erwartungsgemäß zurück“, hieß es weiter zu den Zahlen. Der nachhaltige Konzernüberschuss fiel Eon zufolge binnen Jahresfrist von 2,1 auf 1,6 Milliarden Euro.

Trotz des Rekordverlustes schien Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer mit den Ergebnissen nicht unglücklich: "Die Ergebnisse 2014 können uns angesichts immer noch schwieriger Marktentwicklungen in vielen Ländern alles in allem zufrieden stellen, zumal unsere Kostensenkungen sich über alle Bereiche positiv und strukturell auswirken und wir einige Unternehmensteile erfolgreich verkaufen konnten.“ Zudem richtete Schäfer den Blick nach vorn. „Für das Jahr 2015 erwartet Eon ein EBITDA zwischen 7,0 und 7,6 Milliarden Euro und einen nachhaltigen Konzernüberschuss zwischen 1,4 und 1,8 Milliarden Euro. Auch in diesem Jahr wollen wir in profitables Wachstum investieren und zudem die neue strategische Ausrichtung gezielt unterstützen", sagte er.

Eon hatte Ende vergangenen Jahres seine Pläne zur Aufspaltung des Konzerns vorgestellt. So soll sich die eine Gesellschaft vollständig auf erneuerbare Energien, Netze und Kundenlösungen konzentrieren, während die konventionellen Erzeugungskapazitäten und der globale Energiehandel in eine eigenständige neue Gesellschaft unter neuem Namen überführt werden sollen. Eon reagiert mit dieser Aufspaltung auf die tiefgreifenden Veränderungen auf den Energiemärkten. „"Die neue Energiewelt wird vor allem von Kundenwünschen, technischer Innovation und Digitalisierung bestimmt“, erklärte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen auch bei der Vorstellung der Geschäftszahlen. Dennoch sei auch die „klassische Energiewelt“ weiterhin von großer Bedeutung. „Auf dem Feld der sicheren Energieversorgung wird die abzuspaltende Gesellschaft ab 2016 eine führende Rolle spielen. In der künftigen Aufstellung werden die zwei Unternehmen fokussierte Lösungen für ihre jeweiligen Zielgruppen anbieten und mit ihren Geschäftsmodellen unterschiedliche Investoreninteressen ansprechen“, so Teyssen weiter. 2015 markiere nun den Übergang zu einem neuen Kapital. Im zweiten Quartal wolle Eon erste Details zur neuen Gesellschaft bekanntgeben. Die Vorbereitungen dafür kämen gut voran, sagte Teyssen. (Sandra Enkhardt)


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