EEG-Umlage soll nur minimal steigen

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Nach einem Medienbericht wird für das kommende Jahr nur ein Anstieg von knapp 0,07 Cent bei der Umlage erwartet. Dies hat aber wohl weniger mit dem Ausbau von Erneuerbaren Energien selbst zu tun, sondern ist eher auf die Flucht vieler Industrieunternehmen aus der Zahler-Gemeinschaft zurückzuführen.

Windpark mit Solarpark

Die EEG-Umlage wird sich 2012 wohl nur ganz leicht erhöhen
Foto: pixelio.de/Rainer Sturm

Die EEG-Umlage wird im kommenden Jahr minimal von derzeit 3,53 auf 3,598 Cent je Kilowattstunde steigen. Dies berichtet das „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe) mit Verweis auf Branchenkreise. Am Freitag wollen die Übertragungsnetzbetreiber die Zahl offiziell bekannt geben. In den vergangenen Tagen gab es viele Spekulationen über die künftige Höhe der EEG-Umlage, mit der die Stromverbraucher den Ausbau der erneuerbaren Energien finanzieren.

BEE kritisiert Berechnungsverfahren

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) kritisiert das Berechnungsverfahren für die EEG-Umlage. Zum einen werde das vierte Quartal in die Festlegung für das Folgejahr nicht einbezogen. Zum anderen kritisiert der Verband, dass immer weniger Verbraucher die Ausbaukosten für die erneuerbaren Energien schultern müssen. „Die Schultern müssen breit genug bleiben“, fordert daher auch BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann. Er betonte, dass verschiedene Faktoren, die gar nichts mit dem direkten Ausbau der erneuerbaren Energien zu tun haben, die Umlagekosten in die Höhe trieben. So hätten viele Industrieunternehmen die Möglichkeit genutzt und noch das Eigenverbrauchsprivileg in Anspruch genommen und sich damit aus der Zahlung der EEG-Umlage verabschiedet. Ab dem kommenden Jahr wird zudem die Sonderregelung für energieintensive Industrien massiv ausgeweitet. Sie müssen nur 0,05 Cent je Kilowattstunde als EEG-Umlage zahlen. Bislang mussten die Unternehmen dafür einen Mindeststromverbrauch von 100 Gigawattstunden jährlich vorweisen. Mit der EEG-Novelle 2012 wird diese Grenze auf zehn Gigawattstunden sinken. Außerdem wird mit dem neuen Gesetz den Übertragungsnetzbetreibern ein sogenannter „Liquiditätspuffer“ zugestanden, der verhindern soll, dass sie die EEG-Umlage ganzjährig vorfinanzieren müssen.

Solarenergie nicht mehr der „Buhmann“

Im vergangenen Jahr war die EEG-Umlage noch um 70 Prozent gestiegen. Damals wurde vor allem der Photovoltaik-Ausbau dafür verantwortlich gemacht. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) verwies nun darauf, dass die Solarenergie „nicht länger als Buhmann für steigende Strompreise herhalten“ könne. So hätten neue Berechnungen des BEE ergeben, ab 2012 werde sich jedes zugebaute Gigawatt Photovoltaik-Leistung die EEG-Umlage um nur noch 0,03 Cent pro Kilowattstunde erhöhen. 

Kritik aus bekannter Ecke

Trotz des nur minimalen Anstiegs der EEG-Umlage kommt wieder einmal Kritik vom Wirtschaftsflügel der Regierungskoalitionen. So fordert die FDP eine Umstellung des Fördersystems für erneuerbare Energien. Klaus Breil, energiepolitischer Sprecher der FDP, schlug laut „Handelsblatt“ vor, die Höhe der Vergütung strikt an der Produktivitätssteigerung der Anlagen zu orientieren. Auch der energiepolitische Koordinator der Unionsfraktion, Thomas Bareiß, nutzte die Gelegenheit, um seine Forderung nach „mehr Markt und mehr Wettbewerb“ sowie einer europaweiten Harmonisierung der Förderung zu erneuern. (Sandra Enkhardt)


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