EEG-Umlage kein Argument für höhere Preise

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Nach einer neuen Studie der Grünen müssten die Strompreise zum Jahreswechsel sinken. Zwar steigt die EEG-Umlage deutlich, doch gleichzeitig sind die Preise an der Strombörse aber gesunken.

Wind- und Solaranlagen

Mit der größeren Fördersumme für erneuerbare Energien können Strompreissteigerungen nicht begründet werden
Foto: www.pixelio.de/Rainer Sturm

Die Grünen haben die Preispolitik der Energieversorger erneut scharf angegriffen. Die Preise dürften nicht erhöht werden, sondern müssten sogar sinken, so das Ergebnis einer Studie, die die Partei beim Energiewissenschaftler Gunnar Harms beauftragte. Die deutschen Stromkonzerne stellten ihren Kunden im neuen Jahr wegen „nicht nachvollziehbarer Preissteigerungen“ zwei Milliarden Euro zu viel in Rechnung. 570 Stromanbieter wollen im Januar und Februar ihre Preise um durchschnittlich sieben Prozent erhöhen. Die Steigerungen von bis zu 20 Prozent werden dabei zumeist mit der höheren EEG-Umlage im kommenden Jahr begründet. Diese steigt zum 1. Januar 2011 von derzeit 2,05 auf 3,5 Cent/kWh.

Der von den Grünen beauftragte Gutachter kommt allerdings zu dem Schluss, dass die Strompreise trotzdem fallen und nicht steigen müssten. Der Einkaufspreis für Strom, der an der Strombörse EEX in Leipzig ermittelt wird, sei in den Jahren seit 2008 um 40 Prozent gefallen. Die Margen der Stromversorger hätten sich "mehr als verdreifacht". Mit ihrer Preispolitik unterlaufen die Stromversorger nach Ansicht von Harms auch die Arbeit der Bundesnetzagentur. Diese habe dafür gesorgt, dass die Transportkosten für den Strom seit 2006 um 1,5 Cent je Kilowattstunde verringert wurden. Auch dies hätten die Versorger nicht an die Kunden weitergereicht. Harms macht dafür vor allem die marktbeherrschende Stellung der Konzerne verantwortlich. Die Grünen werfen den Energiekonzernen eine "eigenwillige Preispolitik" vor. Die erhöhte EEG-Umlage werde von ihnen als Vorwand benutzt, „um ungerechtfertigte Preiserhöhungen zu kaschieren“, so Fraktionsvize Bärbel Höhn zur „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe). (Sandra Enkhardt)


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