EEG-Konto schließt 2014 mit 2,8 Milliarden Euro Überschuss ab

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Hintergrund, Topnews

Im Dezember hat sich das Plus auf dem EEG-Konto der Übertragungsnetzbetreiber nochmals um knapp 800 Millionen Euro erhöht. Zum Jahresende erreichte der Kontostand 2,8 Milliarden Euro. Die Prognose der Bundesregierung, dass der Überschuss im Jahresverlauf sukzessive abschmilzt, trat damit nicht ein.

EEG-Kontostandverlauf 2014


Grafik: www.netztransparenz.de

Die EEG-Umlage ist zum Jahreswechsel erstmals gesunken. Für die Übertragungsnetzbetreiber, die die EEG-Vergütung an die Anlagenbetreiber auszahlen, verlief bereits das vergangene Jahr überaus zufriedenstellend. Das EEG-Konto war das ganze Jahr über im Plus. Bis Ende Dezember wuchs der Überschuss auf 2,851 Milliarden Euro an. Allein im Dezember kamen nochmals knapp 800 Millionen Euro hinzu. Noch im Jahr 2013 lag das EEG-Konto permanent im Minus. Um dieser Entwicklung zu entgegnen, wurde den Übertragungsnetzbetreibern von der Bundesregierung damals die Einführung einer Liquiditätsreserve zugebilligt. Den Umlageanteil für die Liquiditätsreserve gegen die Übertragungsnetzbetreiber für 2014 mit 5,12 Euro pro Megawattstunde an, was einem Anteil von 8,2 Prozent der Gesamtumlage entspricht.

Nachdem sich bereits zur Jahresmitte ein deutlicher Überschuss auf dem EEG-Konto gebildet hatte, fragten die Grünen bei der Bundesregierung an, was mit den überschüssigen Einnahmen auf dem EEG-Konto passieren solle. In seiner Antwort ging das Ministerium für Wirtschaft und Energie davon aus, dass in den sonnenreichen Monaten wegen der Vergütungszahlungen für Photovoltaik-Bestandsanlagen das Plus sukzessive abgebaut wird. Dies hat sich nun nicht bewahrheitet, trotz einer Rekordeinspeisung von Solar- und Windstrom im vergangenen Jahr.

In der Antwort des Ministeriums hieß zudem, dass die Guthaben kurzfristig am Geldmarkt im Euroraum angelegt würden. Die Übertragungsnetzbetreiber nutzten dafür unterschiedliche Anlageformen und Beachtung ihrer eigenen Risikomanagementrichtlinien. Die Zinsen müssten versteuert werden, heißt es in der Antwort weiter. Zudem müssten Überschüsse auch bei der Berechnung der EEG-Umlage für das Folgejahr berücksichtigt werden. Dies war auch ein Grund, warum die EEG-Umlage 2015 erstmals minimal sinkt. Nach Ansicht von Experten hätte sie stärker reduziert werden können, denn zum relevanten Stichtag Ende September betrug der Überschuss auf dem EEG-Konto bereits etwa 1,5 Milliarden Euro. Nach 6,24 Cent pro Kilowattstunde im vergangenen Jahr beträgt die EEG-Umlage nun 6,17 Cent je Kilowattstunde. (Sandra Enkhardt)


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