EEG-Konto: 1,5 Milliarden Euro im Plus

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Im ersten Quartal konnten die Übertragungsnetzbetreiber einen Überschuss von mehr als 1,5 Milliarden Euro auf dem EEG-Konto anhäufen. Nach Berechnungen des IWR könnte sich der Überschuss bis zum Jahresende noch verdoppeln. Das könnte der Bundesregierung neuen Spielraum für die künftige Gestaltung der EEG-Umlage geben.

Solarpark, Windräder und Stromleitungen

Das EEG-Umlagekonto weist einen satten Überschuss für die Übertragungsnetzbetreiber auf.
Foto: Bosch Solar Energy

Die vier Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen jeden Monat den aktuellen Stand des EEG-Kontos. Ende März wies dieses einen Überschuss von 1.549.931.222,50 Euro auf. Bereits zum Jahresende war das EEG-Konto nahezu ausgeglichen. Im vergangenen Jahr war es allerdings noch kontinuierlich im Minus, wobei die Höchststände im Januar, August und September mit einem Minus von fast 2,5 Milliarden Euro zu verzeichnen waren.

Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) hat nun dies zur Grundlage genommen und geht davon aus, dass im laufenden Jahr ein Überschuss von drei bis vier Milliarden Euro bis zum Jahresende auf dem EEG-Konto verzeichnet werden könnte. Im Sommer werde das Plus wegen der steigenden Ausgaben für die Vergütung von Solarstrom zwar wieder etwas abschmelzen. Auf das Gesamtjahr gesehen sei aber mit einem großen Guthaben zu rechnen.

Mit diesen Überschüssen erhalte die Bundesregierung neue Gestaltungsspielräume bei der künftigen EEG-Umlage sowie den Industrieprivilegien, heißt es beim IWR. Die Industrie profitiere zudem bestonders von den durch die Erneuerbaren stark gesunkenen Börsenstrompreis. Im Bundeshaushalt seien zum nochmals Zuschüsse in Höhe von 350 Millionen Euro für die stromintensiven Unternehmen vorgesehen, die sie als Ausgleich für Strompreiserhöhungen durch den Emissionshandel erhalten sollen. „Eindeutiger Gewinner der Energiewende sind derzeit die stromintensive Industrie und die Großabnehmer, während die Verbraucher und die regenerative Industrie am Standort Deutschland zu den Verlierern zählen“, sagt daher IWR-Direktor Norbert Allnoch.

Im März sind zudem die EEG-Vermarktungsmengen wieder gestiegen. Die summierten sich nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber auf 5409 Gigawattstunden. Dabei stieg vor allem die Vermarktungsmenge bei Photovoltaik-Anlagen im März gegenüber den ersten beiden Monaten des Jahres deutlich an. Allein 3060 Gigawattstunden der EEG-Vermarktungsmengen stammten von aus Photovoltaik-Anlagen. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Vermarktungspreis rapide. Während er im Januar noch bei 38,20 Euro pro Megawattstunde lag, waren es im März durchschnittlich nur noch 27,07 Euro pro Megawattstunde. (Sandra Enkhardt)


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