Dänemark will Ausschreibung für deutsche Photovoltaik-Freiflächenanlagen öffnen

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews, Ausschreibungen

Das Bundeswirtschaftsministerium will in Kürze ein Eckpunktepapier für eine "Europäische Freiflächenausschreibungsverordnung" vorlegen, die eine Öffnung der Auktionen regelt. Zudem gibt es aktuell Gespräche mit Dänemark, das Zuschläge von bis zu 2,4 Megawatt für Gebote aus Deutschland reservieren will. Im Gegenzug könnten die deutschen Ausschreibungen in der zweiten Jahreshälfte für Photovoltaik-Anlagen aus dem Nachbarland geöffnet werden.

Solarpark von Wirsol in Dänemark

Dänemark will seine Photovoltaik-Ausschreibung für Projekte in Deutschland öffnen.
Foto: WIRSOL

Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet derzeit mit Hochdruck an einer „Europäische Freiflächenausschreibungsverordnung“, um die Vorgaben der EU-Kommission zu erfüllen. Diese sehen vor, dass ab 2017 insgesamt fünf Prozent der jährlich zu installierenden Leistung bei Ausschreibungen für Bieter aus anderen EU-Mitgliedsstaaten geöffnet werden muss. Die Verordnung solle im zweiten Quartal 2016 in Kraft treten und in Kürze wolle das Ministerium ein Eckpunktepapier dazu veröffentlichen, hieß es nun. Dieses soll die möglichen Regelungen einer Öffnung der Photovoltaik-Pilotausschreibungen umreißen. Geplant sei, bereits in diesem Jahr zwei geöffnete Pilotausschreibungen mit zwei Partnerländern durchzuführen. Allerdings stünde dies unter Vorbehalt eines erfolgreichen Abschlusses der Verhandlungen mit den Staaten, teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf seiner Website mit.

Ein Partnerland könnte dabei Dänemark sein. Derzeit liefen Gespräche über eine mögliche gegenseitige Öffnung der Photovoltaik-Ausschreibungen. Das Nachbarland plane seine Auktion für insgesamt 20 Megawatt Photovoltaik-Leistung für Gebote für Solarparks in Deutschland von bis zu 2,4 Megawatt zu öffnen. Dazu führe die dänische Energieagentur aktuell eine Konsultation für die Ausschreibungsbedingungen durch und wünscht sich auch die Beteiligung von deutschen Stakeholdern, hieß es beim Bundeswirtschaftsministerium. Aus der Veröffentlichung der dänischen Energieagentur geht hervor, dass ein Dialogtreffen für den 10. März in Kopenhagen geplant ist. Stellungnahmen zu der geplanten dänischen Photovoltaik-Ausschreibung könnten bis zum 16. März abgegeben werden. Dänemark will die erste Ausschreibungsrunde bis zum Jahresende abschließen. Die Vergütung für die Photovoltaik-Anlagen solle dann frühestens ab 1. Januar 2017 gezahlt werden.

Bereits im November 2015 hatte das Bundeswirtschaftsministerium angekündigt, die Photovoltaik-Freiflächenausschreibungen für Anlagen aus Nachbarländern öffnen zu wollen. Dies ist allerdings an drei Voraussetzungen geknüpft. So müsse eine völkerrechtliche Vereinbarung im Sinne der Kooperationsmechanismen der Erneuerbaren-Energie-Richtlinie zwischen den Ländern abgeschlossen werden. Die Kooperation müsse zudem auf Gegenseitigkeit beruhen. Die dritte Voraussetzung sei, dass es einen tatsächlichen Effekt für den deutschen Strommarkt geben müsse – also ein physischer Stromimport stattfindet. Welches das zweite mögliche Partnerland für die Öffnung der Photovoltaik-Ausschreibungen sein wird, ließ das Bundeswirtschaftsministerium zunächst offen. (Sandra Enkhardt)

Mehr zu der Evaluation der ersten drei Pilot-Ausschreibungen 2015 in Deutschland und den Plänen der Bundesregierung für die EEG-Reform in diesem Jahr finden Sie in unserer Märzausgabe. Das Heft erscheint am 7. März.


Copyright 2014 © pv magazine

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

photovoltaic (pv) news on topics like thin film and feed-in tariffs and events like Intersolar Europe

Internationale Photovoltaik-News auf Englisch

Spanische Photovoltaik-News aus Lateinamerika