Deutscher Bauernverband lehnt EEG-Förderung auf landwirtschaftlichen Flächen ab

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews, Ausschreibungen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) spricht sich in einer Erklärung gegen den Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) für eine Freiflächenausschreibungsverordnung für Photovoltaik-Anlagen aus.

Solarpark auf Grünfläche

Der DBV will die Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf nicht-landwirtschaftliche Flächen begrenzen.
Foto: Solarpraxis AG/Mirco Sieg

Aus Sicht des Deutschen Bauerverbandes sollen Acker- und Grünlandflächen der landwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten bleiben. Daher lehnt der Verband eine Ausweitung der EEG-Förderung für Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen ab.

Die Energiepolitik dürfe den Flächenverbrauch nicht weiter anheizen, sagt das Präsidium des DBV. Dieser sei mit 74 Hektar pro Tag schon jetzt zu hoch. Der Vorschlag des BMWi, ab einem Flächenverbrauch von jährlich 800 Hektar Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sei „völlig unbestimmt und unzureichend“.

Der DBV will die Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf nicht-landwirtschaftliche Flächen begrenzen. Dafür stünden Konversionsflächen oder bereits versiegelte Flächen zur Verfügung. Außerdem solle die Nutzung von Gebäuden und Dächern für Photovoltaik Vorrang behalten

Nicht alle Argumente für die landwirtschaftliche Fläche entkräftet
Allerdings ist die Begründung des Bauernverbandes etwas kurz geraten. Selbst wenn man 200 Gigawatt Photovoltaik, ein Ausbauziel, das zum Beispiel das Fraunhofer ISE für Deutschland für sinnvoll hält, als Freilandanlage realisieren würde (was niemand will), wären nur 134.000 Hektar Land nötig. 2013 gab es laut Destatis 16 Millionen Hektor landwirttschaftlich genutzte Fläche. 200 Gigawatt Photovoltaik würde also nur 0,8 Prozent dieser Fläche beanspruchen. Deutlich mehr, nämlich 198.000 Hektar, werden übrigens als stillgelegt ausgewisen. Für diese und andere Argumente pro Photovoltaik siehe Artikel und Poster hier.

Wenn man den Ausbau von 200 Gigawatt auf 20 Jahre strecken würde, enspräche das einem täglichen Flächenverbauch, der weit unter den 74 Hektar pro Tag liegt, die der DBV als zu hoch angibt. Photovoltaik ist übrigens ziemlich effizent. In früheren Zeiten, als nicht Taktoren sondern Pferde und Ochsen die Pflüge zogen, wurde übrigens ein deutlich größerer Flächenanteil zur Energieproduktion gebraucht. Dort mussten Futtermittel für die Zugtiere angebaut werden. Photovoltaik ist gegenüber den Energiepflanzen, die laut BSW Solar in 2011 auf 650.000 Hektar angepflanzt wurden, übrigens ziemlich effizient. Mit dem auf der gleichen Fläche produzierten Strom lässt sich 15 bis 30 Mal so viel Strom erzeugen.

Der Standpunkt bezüglich dieser Diskussion wird oft von den Eigentumsverhältnissen bestimmt, denn die Flächenkonkurrenz erhöht unter Umständen die Preise für die Pacht. Das war auch schon bei den früheren Diskussionen der Fall, bei denen sich der Bauernverband gegen die Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen ausgesprochen hat und die schließlich zur Herausnahme der Ackerflächen aus dem EEG führten. (Mirco Sieg, Michael Fuhs)


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