Desertec will ab 2020 Strom nach Europa liefern

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Die Wüstenstrom-Initiative Desertec (DII) hält an ihrem Ziel fest, sauberen Strom aus Nordafrika nach Europa zu liefern. Die Organisation erwartet nach 2020 einen spürbaren Nettostromexport.

Desertec will weiterhin Wüstenstrom nach Europa liefern.
Foto: Dii

Die Desertec Industrial Initiative (DII) will an ihrem Plan, über HGÜ-Fernleitungen sauberen Strom aus Nordafrika nach Europa zu liefern und dort 15 Prozent des Stromverbrauchs decken zu können, festhalten. „Einen Nettostromexport wird es geben, wir rechnen damit, dass er nach 2020 schon eine spürbare Größe haben wird“, sagte DII-Geschäftsführer Paul van Son der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe) nach dem DII-Gesellschaftertreffen in Sevilla. Hohe Erwartungen versucht van Son allerdings zu bremsen. „In Deutschland wurde die Desertec-Idee zu sehr auf den Aspekt 'Wüstenstrom für Europa' verkürzt. Dabei wissen wir schon lange, dass der Strombedarf in Nordafrika sehr deutlich steigt und erst einmal diese Länder sich selbst versorgen müssen.“

Mit den Aufgaben der DII, ein Industrienetzwerk aufzubauen und einen Markt für erneuerbare Energien aus der Wüste zu kreieren, geht es aus Sicht des Geschäftsführers gut voran: „Fast alle nordafrikanischen Länder haben heute eine Strategie für industrielle Anlagen und die dazugehörigen Netzerweiterungen im Bereich erneuerbare Energien. Das war vor vier Jahren noch nicht der Fall, und es liegt weit über meinen persönlichen Erwartungen“, sagt van Son. Am weitesten fortgeschritten seien die 100-Megawatt-Anlage in Abu Dhabi und die Windparks in Marokko und Ägypten. Saudi-Arabien und Algerien hätten die Absicht, bis 2030 Milliardenbeträge in die Sonnen- und Windenergie zu investieren; Algerien wolle nach Italien exportieren."

Ende Juni will die DII in einer neuen Studie nachweisen, dass für die europäischen Klimaziele Wüstenstrom unverzichtbar ist. In den vergangenen Monaten war es um die Initiative still geworden, nachdem ihr namhafte Industriekonzerne wie Bosch und Siemens abhanden gekommen waren. (Petra Hannen)


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