Der Zweitmarkt für Photovoltaik-Anlagen wird wachsen

Kategorie: Topnews, Märkte und Trends

Derzeit liegen die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern von Solaranlagen oft weit auseinander. Wenn sich die Player klug verhalten, können sie trotzdem für alle gute Geschäfte abschließen, erklärt Rechtsanwalt Jochen Brandhoff. In Zukunft dürfte das noch viel einfacher werden.

Solaranlage

Ja oder nein? Auch wenn die Rendite für den Käufer hoch ist, kann sich das Geschäft für den Verkäufer lohnen.
Foto: Fotolia/ buchachon

Wer heute eine bereits bestehende Photovoltaikanlage verkaufen will, hat manchmal Schwierigkeiten, einen ausreichend hohen Verkaufspreis zu erzielen. Die Preisspanne auf dem Sekundärmarkt für Solaranlagen ist einfach noch sehr groß, sagt Jochen Brandhoff. Der Rechtsanwalt aus Frankfurt plädiert für einen niedrigeren Risikoabschlag, den Anlagenkäufer oft verlangen. Besonders Photovoltaikanlagen, deren Solarstrom mit einer auf 20 Jahre garantierten Einspeisevergütung vergütetet wird, „erscheinen die Projekterlöse nicht wesentlich unsicherer als bei – zumindest teilweise vergleichbaren – Infrastrukturprojekten, etwa dem Autobahnbau in Form einer Public-Private-Partnership“. Das schreibt er in der aktuellen Ausgabe des pv magazine.

„Die angebotenen Solarkraftwerke befinden sich in einem ganz verschiedenen technischen Zustand, was eine einheitliche Bewertung erschwert“, so Brandhoff. Einheitliche Qualitätsstandards und Best Practices, die die Risikoeinschätzung für die Käufer einfacher machen würden, würden sich erst allmählich durchsetzen. Solche würden es Käufern dann erlauben, den Risikoabschlag zu verringern, so dass Verkäufer höhere Preise erzielen könnten.

Daraus folgt auch, was Jochen Brandhoff Anlagenverkäufern rät. Einerseits sollten Verkäufer Anlagen von Sachverständigen bewerten lassen, wenn das noch nicht geschehen ist. Andererseits sollten sie sich möglichst professionell präsentieren, um die Bewertung durch mögliche Käufer einfacher zu machen.

Das würde sich am Ende für alle Bezahlbar machen. Denn dass es sinnvoll sein kann, Photovoltaikanlagen auch mit für Verkäufer attraktiven Preisen zu kaufen, daran hat Jochen Brandhoff keinen Zweifel.

Er ist der Meinung, dass sich in Zukunft zunehmend klarere Abläufe und Regeln im Zweitmarkt einspielen werden, so dass die Transaktionskosten sinken. Das mache dann Photovoltaikanlagen für immer mehr Investoren interessant. „Wir gehen davon aus, dass der Markt für bereits in Betrieb befindliche Photovoltaikanlagen in den nächsten 10 bis 20 Jahren stark wachsen wird“, schreibt er. „Vielleicht werden Solarkraftwerke zusammen mit Windenergieanlagen und anderen Erzeugungsanlagen für regenerative Energien dann eine eigene Asset-Klasse bilden, die fast so anerkannt für eine Vermögensanlage wie eine Immobilie ist“. (Michael Fuhs)

Lesen Sie über den Sekundärmarkt in der aktuellen Ausgabe des pv magazine. Jochen Brandhoff gibt sowohl Verkäufern wie auch Käufern Tipps, wie sie zu einem für alle befriedigenden Deal kommen können.

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Anlage zu verkaufen, können Sie das zum Beispiel über den Marktplatz von Milk the Sun tun, der bei uns auf der Webseite eingebunden ist.


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