Dena-Chef begrüßt Kürzungspläne

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Stephan Kohler findet den Vorschlag richtig, die Photovoltaik-Förderung schnell zurückzufahren. Zudem will der Chef der Deutschen Energie-Agentur eine „grundsätzliche Neuausrichtung“ des EEG.

Produktion von Photovoltaik-Modulen bei Aleo Solar

Kohler: Massenproduktion wird sich nach Asien verlagern
Foto: aleo solar AG

Der Chef der Deutschen Energie-Agentur hat sich positiv über die Beschlussvorlage von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) zur künftigen Photovoltaik-Förderung geäußert. "Es ist ein sehr harter Einschnitt, aber gerechtfertigt, weil die Preise für Solarmodule ebenfalls sehr kräftig gefallen sind", sagte er in einem Interview der „Berliner Zeitung“ (Freitagausgabe). Die Größenordnung stimme. Es dürfe nicht sein, dass die Stromkunden weiter eine "überzogene Förderung" zahlen. "2009 wurden zu viele und zu teure Solaranlagen gebaut", so Kohler weiter.
Dennoch müsse die Reform so ausgestaltet werden, dass derzeit kriselnde, aber hochproduktive Photovoltaik-Unternehmen in Deutschland eine Chance hätten, zu überleben. Dies sei aber bei den derzeitigen Plänen des Umweltministers gewährleistet. Allerdings werde es viele Zusammenschlüsse und Übernahmen geben, sagt Kohler. Dies werde dem Markt aber nicht schaden, sondern sei ein Zeichen dafür, dass er erwachsen wird. Er erwartet zudem, dass ein erheblicher Teil der Massenproduktion nach Asien abwandert. Deutsche Unternehmen sollten daher vor allem in Forschung und Entwicklung investieren.

Neuausrichtung des EEG

Kohler verlangte darüber hinaus eine "grundsätzliche Neuausrichtung" des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Es müsse eine stärkere Marktausrichtung geben. Das Gesetz sollte auch stärker auf eine gesicherte Stromversorgung und effiziente CO2-Vermeidung fokussiert werden. Es seien Milliarden-Investitionen in die Netze notwendig. Die Einführung eines intelligenten Stromnetzes sei dringend erforderlich, sagte Kohler mit Blick auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Bislang hätten sich die Netzbetreiber aber zu wenig mit dem Problem der unsteten Einspeisung durch Wind- und Solarstrom beschäftigt. Deshalb könnte es bald zu Überlastungen kommen. "Vor allem die regionalen Netze im sonnenreicheren Süddeutschland werden bald große Probleme bekommen", sagte Kohler weiter. (Sandra Enkhardt)


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