Conergy verklagt Roth & Rau

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Das Hamburger Photovoltaik-Unternehmen will einem Medienbericht zufolge einen Schadenersatz in Millionenhöhe von dem sächsischen Anlagenbauer. 2010 hat Conergy seinen Umsatz kräftig steigern können, das EBIT-Ergebnis blieb allerdings im negativen Bereich.

Modulfertigung bei Conergy

Roth & Rau soll eine Fertigungslinie zu spät und mit der falschen Spezifikation an Conergy geliefert haben.
Foto: Conergy AG

Conergy hat den Anlagenbauer Roth & Rau auf die Zahlung eines Schadensersatzes in dreistelliger Millionenhöhe verklagt. Dies meldete das „Handelsblatt“ auf seiner Internetseite. Der sächsische Maschinenbauer habe dem Photovoltaik-Unternehmen eine Zellfertigungslinie verspätet und nicht in der vereinbarten Spezifikation geliefert, teilte Conergy bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2010 mit. Die Verspätung und Mängel hätten bei dem Hamburger Solarunternehmen zu Mindererträgen geführt. Die Klage sei im Februar beim Gericht eingereicht worden, hieß es weiter. Die Klagesumme bewege sich im unteren dreistelligen Millionenbereich. Roth & Rau wollte sich dem Bericht zufolge nicht äußern. Allerdings soll es mittlerweile wieder Gespräche zwischen den Firmen gehen, nachdem diese im Vorjahr erfolglos abgebrochen worden waren. Roth & Rau erhebe immer noch Anspruch auf die Zahlung der Restsumme für die gelieferte Produktionslinie im einstelligen Millionenbereich.

Beim Umsatz verzeichnete Conergy im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Plus von 52 Prozent und erreichte 913,5 Millionen Euro, wie aus den Zahlen hervorgeht. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern habe mit 30,1 Millionen Euro erstmals seit 2006 wieder im positiven Bereich gelegen. Allerdings sei das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) insbesondere im vierten Quartal durch außerplanmäßige Abschreibungen stark belastet worden. Hinzu kämen noch Beratungskosten von 13 Millionen Euro, die im Zusammenhang mit der Refinanzierung stünden. Der Verlust sei dennoch gegenüber dem Vorjahr um 23 Millionen auf 13,8 Millionen Euro verringert worden. Das Nachsteuerergebnis lag bei einem Verlust von 42 Millionen Euro, was fast einer Halbierung gegenüber dem Vorjahr entspricht, wie das Photovoltaik-Unternehmen mitteilte.

Für 2011 ist Conergy „verhalten zuversichtlich“. In Deutschland rechnet das Unternehmen wegen der erneuten Kürzung der Solarförderung zur Jahresmitte mit einem erheblichen Rückgang des Marktvolumens. Conergy plane deshalb, noch stärker auf ausländischen Märkten tätig zu werden und neue Märkte zu erschließen. Bei weitgehend unveränderten Rahmenbedingungen wird ein Umsatz von mehr als einer Milliarden Euro für 2011 erwartet. Mit Blick auf den zu erwartenden Gewinn äußert sich Conergy nur vorsichtig. Mit weiteren Kostensenkungsmaßnahmen sollen zur Verbesserung des operativen Ergebnisses beitragen. Allerdings kämen zugleich auch in diesem Jahr Restrukturierungskosten auf das Unternehmen zu, die das Ergebnis und den Cashflow erneut belasten könnten, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)


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