China: Solarförderung könnte 2025 auslaufen

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In den ersten neun Monaten des Jahres sind bereits 27 Gigawatt Photovoltaik zugebaut worden – im Gesamtjahr könnte der Zubau 30 bis 35 Gigawatt erreichen. Die staatliche Energiebehörde geht davon aus, dass die Photovoltaik bis 2025 Netzparität erreicht. Dann will sie die Förderung beenden.

Solarpark in China

In den ersten neun Monaten des Jahres sind in China bereits 27 Gigawatt Photovoltaik zugebaut worden.
Foto: United PV

In China sind allein im ersten Halbjahr etwa 20 Gigawatt Photovoltaik-Leistung neu installiert worden. Bis Ende September waren es 27 Gigawatt, wie Generalsekretär Wang Bohua des chinesischen Photovoltaik-Industrie-Verbands nach einem Bericht der „South China Morning Post“ erklärte. Das sei ein Zuwachs von 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr und das Ergebnis sei auch deutlich höher als das von der staatlichen Energiebehörde NEA verkündete Jahreszubauziel von 18 Gigawatt.

Wenn die Netzengpässe beseitigt würden, könnte die Windkraft bis 2020 und die Photovoltaik bis 2025 Netzparität erreichen, sagte Zhu Ming, Direktor der Erneuerbaren-Abteilung der NEA nach dem Zeitungsbericht auf der „China Photovoltaik Conference“ in Peking am Mittwoch. Dann bräuchten Photovoltaik und Windkraft keine Förderung mehr. Zhu kommentierte drei Wochen auch den von der Regierung vorgelegten Entwurf, wonach die Einspeisetarife für Freiflächenanlagen zu Beginn des kommenden Jahres um weitere 23 bis 31 Prozent gekürzt werden sollen. Die vorgeschlagenen Kürzungen für Offgrid-Anlagen, vor allem Dächer, liegen zwischen 29 und 52 Prozent. Mit der Kürzung der Förderung reagiert die chinesische Regierung auf das wachsende Dezifit in seinem Erneuerbaren-Fonds, aus dem die Einspeisetarife gezahlt werden. Trotz wiederholter höherer Kürzungen werde das Defizit bis Ende dieses Jahres auf fast 60 Milliarden Yuan ansteigen, erklärte Frank Haugwitz, Gründer von Asia Europe Clean Energy Advisory. "Eine deutliche Reduzierung der Fördertarife wird sicherlich die Steuerbelastung in den kommenden Jahren senken", sagte er weiter.

Wang geht davon aus, dass sich ein so hoher Photovoltaik-Zubau wahrscheinlich nicht nochmals wiederholen werde. Gründe sind aus seiner Sicht, die großen Herausforderungen für die Industrie, die Rückstände bei den Förderzahlungen, steigende Kosten für Land und Netzengpässe. Er sagte, dass es möglich ist, dass der Photovoltaik-Zubau in diesem Jahr 30 bis 35 Gigawatt neu installierte Leistung erreichen könnte. 2015 waren es noch 15 Gigawatt. Wang zitierte dem Bericht zufolge auch die Ziele des chinesischen Photovoltaik-Hersteller Canadian Solar, seine Produktionskosten von 0,39 US-Dollar pro Watt im zweiten Quartal auf 0,29 US-Dollar pro Watt im vierten Quartal senken zu wollen. (Ylva Gouras)


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