Centrotherm verkauft GP Solar an Investor

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Kurz vor der Aufhebung des Insolvenzverfahrens hat der Photovoltaik-Anlagenbauer eine Tochtergesellschaft noch an die Isra Vision verkauft. Bereits zuvor hatte Centrotherm verschiedene Tochtergesellschaften im In- und Ausland veräußert oder geschlossen.

Hauptsitz von Centrotherm in Blaubeuren

Das Amtsgericht Ulm könnte bis zum Monatsende das Insolvenzverfahren von Centrotherm aufheben
Foto: centrotherm photovoltaics AG

Die Centrotherm Photovoltaics steht kurz vor dem Ende ihres Insolvenzverfahrens. Mit dem Verkauf der Tochtergesellschaft GP Solar an die Isra Vision AG sei nun die Zielstruktur für den Neustart erreicht, teilte der Technologie- und Anlagenlieferant aus Blaubeuren mit. Centrotherm werde sich künftig auf seine Kerngeschäftsfeller kristalline Solarzellen, Halbleiter und Mikroelektronik konzentrieren. Bereits während der Sanierung in Eigenregie hatte sich das Unternehmen von den verschiedenen Töchtern getrennt. So waren die Glatt Maschinenbau veräußert und nicht rentable Gesellschaften geschlossen worden.

Die Isra Vision sei ein strategischer Investor, erklärten die für die Sanierung zuständigen Centrotherm-Vorstände Tobias Hoefer und Jan von Schuckmann. Als Kaufpreis sei eine Festpreiskomponente in Höhe von etwa 50 Prozent des prognostizierten Umsatzes von GP Solar in diesem Jahr sowie eine stückzahlorientierte Earnout-Komponente vereinbart worden. Der erwartete Umsatz liege bei mehr als drei Millionen Euro. Die Einnahmen kämen nun Centrotherm und den Gläubigern zugute. Die guten Lieferbeziehungen zwischen Centrotherm und GP Solar sollen trotz neuem Eigentümer erhalten bleiben. Auch die Kunden aus der Photovoltaik- und Halbleiterindustrie von Centrotherm könnten davon dann profitieren, hieß es weiter.

Zur künftigen Struktur von Centrotherm teilte das Unternehmen mit, dass nach der Aufhebung des Insolvenzverfahrens und der anschließenden Anwachsung der Centrotherm Thermal Solutions an die AG eine „neue Centrotherm“ entstehe. Diese bestehe auch den Tochtergesellschaften FHR Anlagenbau GmbH in Dresden und der neu gegründeten Sitec GmbH. Am vergangenen Freitag habe das Amtsgericht Ulm diesen Restrukturierungsplan gebilligt. Centrotherm rechnet damit, dass das Insolvenzverfahren voraussichtlich Ende Mai aufgehoben wird.

Bereits Ende Januar stimmten die Gläubiger dem Insolvenzplan zu. Centrotherm hatte im Juli 2012 eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt. Es folgte die Entwicklung eines Insolvenzplans, der die strategische, strukturelle und operative Neuausrichtung von Centrotherm zum Ziel hat. Die Mitwirkung der Mitarbeiter an dem neuen Unternehmen soll durch einen neu gegründeten Betriebsrat sichergestellt sein. (Sandra Enkhardt)


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