Centrotherm kürzt 400 Stellen

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der operative Verlust des Photovoltaik-Unternehmens liegt im Jahr 2011 bei 19,8 Millionen Euro. Als Folge will Centrotherm photovoltaics fast jeden fünften Mitarbeiter entlassen.

Hauptgebäude von Chentrotherm

An welchen Standorten die Stellenkürzungen vorgenommen werden sollen, hat Centrotherm noch nich bekannt gegeben.
Foto: centrotherm photovoltaics AG

Auch Centrotherm schreibt rote Zahlen. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Adhoc-Mitteilung hervor. Der operative Verlust lag zum Jahresende bei 19,8 Millionen Euro (Vorjahresgewinn: 75,4 Mio. Euro), obwohl das Solarunternehmen im Jahr 2011 den Umsatz um 11,9 Prozent auf 698,5 Millionen Euro steigern konnte. Damit hat das Unternehmen sein Ziel verfehlt, im Jahr 2011 einen Konzernumsatz von über 710 Millionen Euro bei leicht positiver EBIT-Marge zu erreichen.

Um die Kosten konzernweit deutlich zu senken, sollen nun von den weltweit ungefähr 1.900 Centrotherm-Mitarbeitern bis Mitte 2012 rund 400 entlassen werden. Zudem soll das Segment Dünnschichtmodul am Standort Blaubeuren geschlossen und Teilbereiche nach Asien verlagert werden. “Wir befinden uns weiterhin in einem turbulenten Marktumfeld mit verhaltenen Auftragseingängen. Daher müssen wir unsere Organisation und Kapazitäten flexibel anpassen, um zukünftige Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten“, erklärt Thomas Riegler, Finanzvorstand von centrotherm photovoltaics.

Als Grund für die schlechte Entwicklung nennt Centrotherm vornehmlich die allgemein angespannte Branchensituation. Zusätzlich führten Einmaleffekte durch nötige Anpassungen bei einzelnen Großprojekten zu Mehrkosten von 75 Millionen Euro. Außerdem mussten durch das marktbedingt schwache operative Ergebnis entsprechende Wertberichtigungen im dritten und vierten Quartal vorgenommen werden.

Der Bereich Solarzellen und Module erreichte Centrotherm im Jahr 2011 noch ein positives operatives Ergebnis von 71,9 Millionen Euro (Vorjahr: 91,6 Millionen Euro). Im Segment Silizium und Wafer fuhr das Unternehmen allerdings ein deutliches Minus von 70,3 Millionen Euro ein, im Vorjahr war es noch ein Plus von 21,2 Millionen Euro. Das schwache Ergebnis in der Silizium- und Waferproduktion erklärt centrotherm mit dem massiven Preisverfall für Rohsilizium im Jahr 2011. Auch im Segment Dünnschichtmodule ist das Ergebnis negativ. Der operative Verlust beträgt 21,4 Millionen Euro. Damit ist der Verlust in diesem Segment etwas geringer als noch im Vorjahr mit minus 37,4 Millionen.

Zukünftig hat sich Centrotherm nun zum Ziel gesetzt, mit einer schlanken und effizienten Organisationsstruktur und dem strategischen Fokus auf kristallines Silizium entlang der photovoltaischen Wertschöpfungskette nachhaltig profitabel zu wachsen. Dazu würden „die Kosten signifikant gesenkt und die Personalkapazitäten innerhalb des Konzerns angepasst“, wie es in der veröffentlichten Adhoc-Mitteilung heißt. Insgesamt sollen bis Ende 2013 etwa 22 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Zudem möchte sich das Unternehmen wieder auf das Geschäft mit Produktionsanlagen für die Herstellung kristalliner Solarzellen und -module sowie die Produktion von Reinstsilizium fokussieren. (Mirco Sieg)


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