Centrotherm: Ende der Insolvenz in Sicht

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Die Gläubiger des Photovoltaik-Anlagenbauers sollen Ende des Monats über den Insolvenzplan abstimmen. Danach könnte das Insolvenzverfahren aufgehoben werden.

Centrotherm-Hauptsitz in Blaubeuren

Centrotherm hofft, bald die Sanierung in Eigenverwaltung abschließen zu können
Foto: centrotherm photovoltaics AG

Das zuständige Amtsgericht Ulm hat nun für den 29. Januar einen Termin zur Erörterung und Abstimmung des Insolvenzplans der Centrotherm Photovoltaics AG anberaumt. Damit trete das Planverfahren zur Sanierung in die entscheidende Phase, teilte der Photovoltaik-Anlagenbauer mit. Wenn die Gläubiger dem Insolvenzplan zustimmten und das Amtsgericht ihn bestätige, könnte das Planverfahren aufgehoben und Centrotherm als saniertes Unternehmen mit solider finanzieller Basis wieder vollkommen eigenständig am Markt operieren. Der Photovoltaik-Anlagenbauer rechnet im kommenden Jahr mit einem Turnaround. Dann könnte Centrotherm auch wieder einen Wert erlangen, „aus dem sich die Forderungen der Gläubiger sehr wahrscheinlich weitgehend und möglicherweise sogar vollständig befriedigen lassen“, wie aus dem Insolvenzplan hervorgeht. Grundlage sei eine strategische, strukturelle und operative Neuausrichtung von Centrotherm, die bereits weit gediehen sei. Das Unternehmen werde sich wieder stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren. Daneben soll der Halbleiterbereich als zweites Standbein ausgebaut werden. Zudem sei die Struktur der Unternehmensgruppe bereits wesentlich verschlankt worden.

Centrotherm will laut Insolvenzplan, dass die Gläubiger 70 Prozent ihrer Forderungen an eine unabhängige und weisungsfreie Verwaltungsgesellschaft abtreten. Die eingebrachten Insolvenzforderungen sollen dann erlöschen und Centrotherm damit massiv entschuldet werden. Als Gegenleistung werde die Verwaltungsgesellschaften im Zuge einer kombinierten Kapitalherabsetzung und –erhöhung insgesamt 80 Prozent der Aktien erhalten. Die restlichen 20 Prozent verblieben bei den Altaktionären, deren Aktien im Verhältnis 5:1 zusammengelegt werden, wie es weiter hieß. Die Verwaltungsgesellschaft wiederum solle sich gegenüber den Gläubigern verpflichten, die Aktien zu erwerben und bis Ende 2015 bestmöglich zu verwerten. Aus den Erlösen sollen dann die Forderungen der Gläubiger befriedigt werden. Der gerichtlich bestellte Sachwalter Martin Hörmann werde die Erfüllung des Insolvenzplans überwachen. Zudem solle der Gläubigerausschuss fortbestehen und die Verwertung der Aktien kontrollieren. (Sandra Enkhardt)


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