Centrosolar verkauft Solarglas-Tochter

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Ein erster Schritt in Richtung Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten ist dem Photovoltaik-Unternehmen gelungen. Die belgische Firma Ducatt übernimmt für einen symbolischen Kaufpreis die Centrosolar Glas GmbH.

Hauptgebäude von Centrosolar

Centrosolar will sich wieder stärker auf sein Kerngeschäft fokussieren
Foto: Centrosolar

Die Centrosolar Group AG hat nach eigenen Angaben einen Anteilskaufvertrag mit der Ducatt NV geschlossen. Das belgische Unternehmen werde 100 Prozent der Anteile der Centrosolar Glas GmbH & Co. übernehmen. Der Vertrag sehe einen symbolischen Kaufpreis vor sowie einen Anteil an zukünftigen Gewinnen, teilte das Münchner Photovoltaik-Unternehmen weiter mit. Zugleich reduziere Centrosolar mit dem Verkauf seine konsolidierten Finanzverbindlichkeiten um etwa 14 Millionen Euro. Außerdem werde damit die Fokussierung auf das Kerngeschäft mit Photovoltaik-Dachanlagen für kommerzielle und private Anwendungen vorangetrieben. Beide Unternehmen hätten aber eine Vereinbarung getroffen, dass Centrosolar weiterhin einen bedeutenden Anteil seines Solarglas-Bedarfs über Ducatt beziehen werde.

Centrosolar hatte bereits angekündigt, seine Solarglas-Tochter im Zuge der Restrukturierung verkaufen zu wollen. Die Solarglas-Aktivitäten zählten nicht mehr zum Kerngeschäft des Photvoltaik-Unternehmens. Ducatt wiederum verspricht sich von der Übernahme des Glasveredelungsgeschäfts von Centrosolar erhebliche Kosten- und Technologie-Verbesserungen, wie es weiter hieß. Ducatt ist mit führend im Dünnglasbereich für Photovoltaik-Anwendungen. Dünnglas sei der Schlüssel für eine neue Generation von Glas-Glas-Solarmodulen. Centrosolar hatte bereits im Herbst 2012 mit Dünnglas gefertigtes Glas-Glas-Module auf den Markt gebracht.

Vor etwa vier Wochen  hatte Centrosolar die wesentlichen Eckpunkte für die finanzielle Restrukturierung bekanntgegeben. Zuvor musste das Photovoltaik-Unternehmen eine Verlustanzeige über mehr als die Hälfte seines Grundkapitals veröffentlichen. Das Grundkapital soll nach den derzeitigen Plänen nun im Verhältnis 25:1 herabgesetzt und dann neue Aktien ausgegeben werden. Für den 22. Mai ist dazu eine außerordentliche Hauptversammlung geplant. Vorher müssen aber die Anleihegläubiger dem Vorgehen zustimmen. In der vergangenen Woche war aber die erste Gläubigerversammlung mangels Präsenz nicht beschlussfähig. Nun sollen die Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen am 21. Mai entscheiden. (Sandra Enkhardt)


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