Capital Stage will Chorus Clean Energy übernehmen

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Der Hamburger Wind- und Solarparkbetreiber Capital Stage und sein bayerischer Wettbewerber Chorus Clean Energy wollen sich zu einem unabhängigen Betreiber von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien in Deutschland und Europa zusammenschließen. Das teilten beide Unternehmen am Montag mit.

Solarpark der Chorus Clean Energy AG

Capital Stage will für 320 Millionen Euro in Aktien den Solar- und Windparkbetreiber Chorus übernehmen.
Foto: Chorus Clean Energy AG

Aus den Wind- und Solarparkbetreibern Capital Stage AG aus Hamburg und Chorus Clean Energy AG aus Neubiberg bei München soll ein gemeinsames Unternehmen werden. Das teilten beide Unternehmen am Montag mit. Chorus hat demnach nach Zustimmung durch Vorstand und Aufsichtsrat eine Zusammenschlussvereinbarung mit Capital Stage unterzeichnet. Auf Basis dieser Vereinbarung hat die Capital Stage ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle Aktien der Chorus angekündigt: Chorus-Aktionäre sollen für drei eigene Aktien jeweils fünf Capital-Stage-Aktien erhalten. Rechnerisch entspreche dies, so Chorus in einer Pressemitteilung, einem Preis von 11,52 pro Aktie und einer Prämie von 36 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Capital Stage kostet die geplante Übernehme 320 Millionen Euro in Aktien.

Durch die Übernahme soll den Unternehmen zufolge einer der größten unabhängigen Solar- und Windkraftanlagenbetreiber in Deutschland mit einer Gesamtkapazität von mehr als 900 Megawatt entstehen. Das kombinierte Unternehmen will seine geographische Reichweite erhöhen und außerdem von operativen und finanziellen Synergien sowie von einem attraktiveren Kapitalmarktprofil profitieren. Gemeinsam hätten die Unternehmen bereits heute eine starke Position in den Kernmärkten Deutschland, Italien und Frankreich, die durch weitere Anlagen in Großbritannien, Österreich und Finnland ergänzt würden. Darüber hinaus profitiere das Gemeinschaftsunternehmen von einer ausgewogenen Diversifizierung aus Windparks (rund 26 Prozent der aktuellen Kapazität) und Photovoltaik-Kraftwerken (rund 74 Prozent der aktuellen Kapazität).

In der Zusammenschlussvereinbarung, so die Unternehmen weiter, hätten sie sich auf wesentliche Eckpfeiler der Transaktion, die Modalitäten der Unterstützung der Transaktion durch Chorus und das gemeinsame Verständnis im Hinblick auf die zukünftige geschäftliche Kooperation zwischen Chorus und Capital Stage für den Fall eines erfolgreichen Abschlusses der Übernahme verständigt. Sitz von Capital Stage soll demnach Hamburg bleiben. Zudem sei geplant, den Vorstand von Capital Stage um den derzeitigen Chorus-CEO Holger Götze als Chief Operating Officer (COO) zu erweitern.

Peter Heidecker, Aufsichtsratsvorsitzender und größter Chorus-Aktionär der Chorus, sowie die Vorstandsmitglieder Holger Götze, Helmut Horst und Heinz Jarothe haben sich gegenüber Capital Stage bereits verpflichtet, das Angebot für die von ihnen direkt oder indirekt gehaltenen Chorus-Anteile – zusammen etwa 15 Prozent – anzunehmen. Erst im Oktober war Chorus an die Börse gegangen, damals wurden die Aktien zu je 9,75 Euro ausgegeben.

Das Übernahmeangebot unterliegt den Unternehmen zufolge einigen Bestimmungen und Bedingungen. Dazu gehören die Eintragung der Durchführung einer Sachkapitalerhöhung bei Capital Stage zur Schaffung der neuen Aktien für den Umtausch, das Erreichen einer Mindestannahmequote bei Chorus von 50 Prozent plus eine Aktie sowie die Freigabe durch die Kartellbehörden. Capital Stage will die notwendigen Beschlüsse bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 8. Juli 2016 fassen. Ein Vollzug des Zusammenschlusses wird voraussichtlich Ende des dritten Quartals 2016 erwartet. (Petra Hannen)


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