Bundesnetzagentur veröffentlicht neue Kraftwerkslisten

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Importe von Steinkohle im vergangenen Jahr um 15,2 Prozent gestiegen. Die Bundesnetzagentur hat unteressen eine aktualisierte Kraftwerksliste zu im Bau befindlichen Kraftwerken sowie Kraftwerken, die demnächst stillgelegt werden sollen, vorgelegt. Greenpeace sieht kein Kapazitätsproblem, wenn die alten Kraftwerke vom Netz gehen.

Photovoltaik-Anlage vor einem Kraftwerk

Aus Sicht von Greenpeace ist die Stilllegung fossiler Kraftwerke in Deutschland kein Problem.
Foto: Eifeler Presse Agentur

Bei der Energieerzeugung in Deutschland dominiert noch die Kohle. Deutschland ist dabei nicht nur stark von Gasimporten aus Russland abhängig. Russland war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch der wichtigste Steinkohlelieferant für Deutschland. Insgesamt sei Steinkohle im Gesamtwert von 4,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr nach Deutschland eingeführt worden. Die Gesamtmenge betrage 50,6 Millionen Tonnen und es sei ein Anstieg um 15,2 Prozent im Vergleich zu 2012. Knapp ein Viertel der Menge stammte dabei aus Russland. Die Einfuhr von Braunkohle sei mit 71.000 Tonnen hingegen vernachlässigbar.

Zugleich veröffentlichte die Bundesnetzagentur aktuelle Kraftwerkslisten. Die Behörde betrachtet dabei auch den Neu- und Rückbau von Kraftwerken sowie angemeldete Stilllegungen. Bundesweit befinden sich demnach derzeit 8605 Megawatt dargebotsunabhängige Erzeugungskapazitäten in Bau, die voraussichtlich bis 2016 fertig gestellt werden, wie aus der Liste hervorgeht. Davon befänden sich knapp ein Viertel in Süddeutschland. Demgegenüber planten die Kraftwerksbetreiber 12.253 Megawatt - davon 7338 Megawatt in Süddeutschland - bis 2018 endgültig stillzulegen, teilte die Bundesnetzagentur mit. Allerdings seien von den Betreibern bis Mitte April nur 7680 Megawatt formal zur geplanten endgültigen Stilllegung angezeigt worden. Diese formalen Anzeigen sind neben dem Verstreichen einer - in der Regel zwölfmonatigen - Wartefrist Voraussetzung für die Realisierung von Stilllegungsplanungen. Sollten die ausstehenden Anzeigen noch kommen, könnte es zum Jahresende 2018 einen negativen Saldo von 5390 Megawatt geben, heißt es weiter. Zugleich würden sieben Kraftwerksblöcke mit 1440 Megawatt Gesamtleistung als systemrelevant eingestuft und dürften daher zunächst nicht stillgelegt werden. Damit reduziere sich die Differenz auf rund 4000 Megawatt.

Die Stilllegungspläne für ihre fossilen Kraftwerke begründen die Betreiber oftmals mit der nicht mehr vorhandenen Profitabilität. Greenpeace sieht in der Stilllegung der meisten Kraftwerke auch kein Problem. „Auf der heutigen Liste stehen fast ausschließlich sehr alte und damit ineffiziente Kraftwerke, die ohnehin ihr Rentenalter erreicht haben. Es ist der Erfolg der Energiewende, dass die meisten dieser Oldtimer nicht durch weitere Klimakiller ersetzt werden müssen. Dank Solar- und Windanlagen können sie ersatzlos gestrichen werden“, sagt Greenpeace-Energieexperte Tobias Austrup. Aus Sicht der Umweltorganisation müssen sich die Betreiber auf einen schrumpfenden Anteil konventioneller Stromerzeugung einstellen. RWE sollte ein warnendes Beispiel für Versorger sein, wenn sie die Energiewende verschliefen, so Austrup weiter. (Sandra Enkhardt)


Copyright 2014 © pv magazine

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

photovoltaic (pv) news on topics like thin film and feed-in tariffs and events like Intersolar Europe

Internationale Photovoltaik-News auf Englisch

Spanische Photovoltaik-News aus Lateinamerika